41 Prozent der Unternehmen in Europa halten die derzeitigen
Vergütungsansätze im Vertrieb nicht mehr für
wirkungsvoll, ergab die aktuelle Studie „European Sales
Compensation Survey" der Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates,
zu der 138 Unternehmen aus 20 verschiedenen Branchen in 15
Ländern* Europas befragt wurden.
Trotz dieser hohen Unzufriedenheit haben lediglich 30 Prozent der
Firmen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres
Veränderungen an ihren Vergütungssystemen vorgenommen. Von
diesen Unternehmen sind bis heute jedoch viele unsicher, ob diese
Veränderungen ihren Geschäftserfolg positiv beeinflussen.
„Obwohl die Unternehmen eine Unzufriedenheit mit ihren
Vergütungssystemen im Vertrieb signalisieren, ziehen sie keine
Konsequenzen. Die Studie offenbart, dass die Mehrheit der Unternehmen
lieber ihre Vertriebsziele der allgemeinen Wirtschaftslage anpasst als
grundsätzliche Veränderungen vorzunehmen. Viele Unternehmen
haben sich zunächst für die abwartende Haltung entschieden
und einschneidende Veränderungen vermieden", sagt Thomas Aleweld,
Vergütungsexperte bei Hewitt Associates.
Unternehmen reagieren langsamDie Verbreitung von sogenannten Long-Term-Incentives (langfristige
Vergütungsanreize) hat überraschend zugenommen. 41 Prozent
der befragten Unternehmen nutzen dieses Instrument, um
Spitzenkräfte im Unternehmen zu halten. Dagegen haben nur sehr
wenige Firmen mit der Einführung von zusätzlichen
kurzfristigen Leistungsanreizen auf die Krise reagiert: Eine
Extra-Prämie in Höhe von durchschnittlich lediglich acht
Prozent für die Erreichung bestimmter Ziele wurde zusätzlich
zu den vorhandenen Vergütungsbestandteilen eingeführt.
„Wir haben ein deutlich höheres Engagement auf
Unternehmerseite erwartet, um auch in diesen schwierigen Zeiten zum
einen Mitarbeiter zu herausragenden Leistungen zu motivieren und zum
anderen Leistungsträger überdurchschnittlich entlohnen zu
können", sagt Thomas Aleweld.
Vertriebsergebnis spielt in der Zielsetzung die größte RolleDie Ziele der Vertriebler beruhen in erster Linie auf drei Erfolgskriterien:
- Das Vertriebsergebnis des Vorjahres wurde von 29 Prozent der befragten Unternehmen genannt,
- gefolgt von der Ausschöpfung des Marktpotentials (23 Prozent)
- und der historischen Vertriebsergebnisentwicklung (17 Prozent).
„Eine optimale Vergütungspraxis ist transparent, konsistent
und hat Spielraum. Viele Vergütungspläne ermöglichen
eine Anpassung der vereinbarten Ziele, wobei wir hier zu Vorsicht
raten. Denn laut der Studie erlauben mehr als 40 Prozent der
Unternehmen eine Anpassung der Zielvereinbarungen ohne die Information
bzw. Kontrolle durch einen weiteren Mitarbeiter. Dieses Vorgehen ist
gefährlich, untergräbt die Glaubwürdigkeit eines
Vergütungsplans und impliziert einen möglicherweise
unstrukturierten und vagen Zielsetzungsprozess", sagt Aleweld.
Erzielte Erträge sind wichtigstes Erfolgskriterium70 Prozent der Unternehmen bemessen den Erfolg eines
Vertriebsmitarbeiters an Hand der erzielten Erträge, 52 Prozent
nutzen den Parameter Umsatz und 48 Prozent die Marge. 23 Prozent leiten
den Vertriebserfolg aus der Kundenzufriedenheit ab.
An der Studie beteiligten sich Unternehmen aus der Schweiz, aus
Schweden, England, Frankreich, Polen, Deutschland, Belgien, der
Tschechei, Holland, Dänemark, Finnland, Italien, Norwegen, der Türkei
und Spanien.
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