Innovationen spielen in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft
für das erfolgreiche Fortbestehen von Unternehmen eine bedeutende
Rolle. Damit innovativen Unternehmen die Erträge ihrer
Innovationsanstrengungen auch zugutekommen, müssen sie ihre
Entwicklungen vor der Nachahmung durch andere Unternehmen schützen.
Rechtliche Instrumente und strategische Mechanismen spielen daher nicht
nur bei großen, sondern auch bei kleinen und mittleren
Unternehmen eine wichtige Rolle für den Schutz von Innovationen.
Wie repräsentative Auswertungen auf der Basis der rund 10.000 in
der aktuellen Welle des KfW-Mittelstandspanels befragten Unternehmen
zeigen, erachten über zwei Drittel der kleinen und mittleren
Unternehmen in Deutschland die bestehenden Instrumente und Mechanismen
als wichtige Hilfsmittel, ihre Innovationen vor Nachahmung zu
schützen. Dabei messen sie strategischen Schutzmechanismen eine
deutlich größere Bedeutung als formalen Schutzrechten bei.
Mit einem Anteil von knapp 60 % halten insgesamt doppelt so viele
kleine und mittlere Unternehmen strategische Schutzmechanismen –
wie Geheimhaltung, Zeitvorsprung, langfristige Bindung des Personals
oder Komplexität des Produktes – für bedeutsam als
formale Schutzrechte, wie Patente, Gebrauchsmuster, Schutzmarken oder
Urheberrechte. Zwar steigt, wie erwartet, die Bedeutung sowohl
strategischer Schutzmechanismen als auch formaler Schutzrechte mit
zunehmender Unternehmensgröße.
Jedoch werden, entgegen einer häufig geäußerten
Auffassung, rechtliche Schutzinstrumente – relativ zur Bedeutung
strategischer Mechanismen – von kleinen Unternehmen nicht
seltener als wichtig erachtet als von größeren Unternehmen.
Mit über 44 % der Nennungen wird der Zeitvorsprung vor
Konkurrenten am häufigsten für den Schutz von Innovationen
als wichtig erachtet. Bereits mit deutlichem Abstand dazu nehmen die
langfristige Bindung des Personals und die Geheimhaltung mit jeweils
rund einem Viertel den zweiten und dritten Rang ein. Patente als
wichtigstes formales Schutzrecht halten 19 % der kleinen und mittleren
Unternehmen für bedeutsam.
Verglichen mit der Wertschätzung von formalen Schutzrechten
spielen strategische Schutzmechanismen eher bei kleinen und mittleren
Unternehmen mit moderaten Innovationsanstrengungen eine wichtige Rolle.
In formale – häufig mit hohen direkten Kosten verbundene
– Schutzstrategien sind Unternehmen dagegen insbesondere dann
bereit zu investieren, wenn sie hohe Innovationsanstrengungen aufwenden
und hohe Erträge aus ihren Innovationen erwarten. Insgesamt deuten
die Ergebnisse dieser Untersuchung somit darauf hin, dass strategische
und rechtliche Schutzinstrumente in unterschiedlichen Marktsegmenten
Vorteile für die betreffenden Unternehmen bieten und daher
entsprechend wertgeschätzt werden.
Wie schützen kleine und mittlere Unternehmen ihre Innovationen? (PDF 180 KByte)Zum Thema im Internet*
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