ANALYSE-MäRKTE-TRENDS
Bildverarbeitung
Die Augen der Automatisierung

Ein technologischer Wandel beschäftigt die industrielle Bildverarbeitung und begünstigt den weiteren Einsatz der Technik. Die Augen der Automatisierung werden immer besser.
Die Entwicklung ist allerdings am Umsatz nicht festzumachen, denn der Gesamtumsatz der Branche hat 2007 lediglich um drei (Vorjahr: neun) Prozent auf 1,15 Milliarden Euro zugelegt. In diesem Jahr sieht die Prognose allerdings freundlicher aus: Erwartet wird ein Anstieg um sechs Prozent. ((Teaser Ende))

Vision-Sensoren sind gefragt
Den Spitzenplatz in der Gunst der Käufer haben sich Vision-Sensoren erobert. Sie legten um 40 Prozent zu. "Hoch integrierte einfache Lösungen sind gefragt", erläutert Dr. Dietmar Ley, Vorstandsvorsitzender VDMA Industrielle Bildverarbeitung. Allerdings nehmen sie erst vier Prozent am stagnierenden Gesamtumsatz der Systeme ein. Die verkaufte Stückzahl ist um elf Prozent gewachsen. "Preiswertere Standardsysteme setzen sich am Markt durch", interpretiert Ley, der auch Vorstandsvorsitzender der Basler AG, Ahrensburg, ist, die Zahlen.

Die Nachfrage bei klassischen Lösungen ging um drei Prozent zurück, aber sie machen immer noch drei Viertel des Umsatzes aus. Immerhin ist das Bild bei den Komponenten freundlich: Sie haben um acht Prozent zugelegt - und "immer mehr kommen aus Deutschland", ergänzt Ley. Fünf Jahre zuvor waren es lediglich 42 Prozent.

Technischer Fortschritt
Die Komplexität der Vision-Systeme nimmt im Inneren der Produkte enorm zu, aber für den Anwender werden die Systeme bei gleicher oder besserer Leistung ständig einfacher zu bedienen. Der technische Fortschritt macht die Bildverarbeitungssysteme immer kompakter. Sie lassen sich besser integrieren und intuitiver bedienen - oft werden nicht einmal Programmierkenntnisse benötigt.

Die fortschreitende Standardisierung der Schnittstellen erleichtert den Einsatz der Systeme, die nicht mehr Einzellösungen sind, sondern sich in Fertigungssysteme einbinden lassen. Dazu gehört beispielsweise auch die Anbindung an einen Feldbus. Der Zuwachs an Leistung der Mikroprozessoren verspricht zudem eine steigende Leistungsfähigkeit. Dadurch lassen sich selbst komplizierte Sachverhalte stabil auswerten.

"Einen weiteren Sprung erlaubt die Einführung der Multicore-Prozessoren, die die Rechenleistung und die Prüfgeschwindigkeit deutlich erhöhen", ergänzt Ley. Verbesserungen bei den Bildsensoren erlauben den Einsatz von schnellen Kameras in dynamischen oder in die Tiefe gehenden Szenen.

Umstieg auf digitale Technik
Der größte Anteil bei den Kameras ist derzeit noch analog, aber erkennbar zeichnet sich ein Umstellungsprozess auf die digitale Technik ab. So legte der Absatz von digitalen Kameras um 15 Prozent zu. Dieser Trend wird durch leistungsfähige Software unterstützt. Die Frame Grabber verzeichneten einen zweistelligen Einbruch: Die Umstellung von der klassischen Struktur zu Systemen, die mit Ethernet arbeiten, schreitet schnell voran.

Zum automatisierten Greifen ungeordneter Teile hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung die Lösung "3D-4-Robots" vorgestellt. Mit schnellen Erkennungszeiten und eine präzise Positionsbestimmung der Teile zeichnet sich dieser von einem Laserscanner unterstützte Roboter aus. Die Bildverarbeitung EMSIS kann für die automatisierte Sichtprüfung eingesetzt werden.

 
Die Augen der Automatisierung
 
Zum automatisierten Greifen ungeordneter Teile hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung die Lösung "3D-4-Robots" vorgestellt. Mit schnellen Erkennungszeiten und eine präzise Positionsbestimmung der Teile zeichnet sich diese Lösung aus.
Foto: Dlugosch


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