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Laseranwendungen in der analytischen Chemie und Biologie
Viel Licht auf der analytica 2008

Am 04.04.2008 schloss die 21. Ausgabe der internationalen Fachmesse analytica. Auch dieses Jahr gab es wieder eine ganze Reihe von Laseranwendungen zu bestaunen. Denn in der analytischen Chemie und Biologie ist der Laser schon lange nicht mehr wegzudenken. Von der Laserspektroskopie, der Laser-Nanochirurgie über die Beobachtung und Steuerung von chemischen Reaktionen in Echtzeit bis hin zur schnellen Erhitzung von Oberflächen in Sekundenbruchteilen auf mehrere 1000 Grad Celsius - den Anwendungsmöglichkeiten von Lasern in der Chemie und Biologie sind keine Grenzen gesetzt:

Gassensoren mit Laserlicht
Die erst 2002 gegründete PAS-Tech GmbH zeigte kostengünstige und kompakte Gassensoren, die mit infrarotem Laserlicht arbeiten und dieses zur Auswertung in Schallwellen umwandeln. Die Gassensoren werden in der Emissions-, Immissions- und Prozessmessung eingesetzt und sind aufgrund ihrer Selektivität und Empfindlichkeit auch für medizinische Anwendungen wie zum Beispiel Atemtests geeignet.

Phasenmodulation und Ionenmobilität
Das Institut für Chemie der Universität Potsdam präsentierte eine laserbasierte Sauerstoff-Mikrosonde mit einer neu entwickelten Zwei-Frequenz-Phasenmodulationstechnik, mit deren Hilfe selbst in stark fluoreszierendem grünen Pflanzengewebe der Sauerstoffgehalt sicher in Echtzeit bestimmt werden kann. Um ein verbessertes Verfahren zum Nachweis von Kampf- und Sprengstoffen sowie Industriechemikalien dreht sich das zweite Exponat aus Potsdam: Eine Ionenmobilitäts(IM)-Spektrometrie-Lösung, die anstelle radioaktiver Substanzen einen Laser als Ionisationsquelle nutzt. Im Vergleich zur konventionellen IM-Spektrometrie arbeitet das laserbasierte Pendant mit einer höheren Selektivität und Empfindlichkeit sowie in einem erweiterten Dynamikbereich und soll sich auch durch Substanzgemische nicht irritieren lassen.Laser sind sanft zu den Zellen
Die Carl Zeiss MicroImaging GmbH aus Bernried zeigte einen Non-contact Laser Capture Microdissection (non-contact LCM) zur Isolierung lebender adhärenter Zellen aus einer Zellkultur. Mit Hilfe des PALM MicroBeam kann man ausgewählte Zellen im "Ist-Zustand" ausschneiden und berührungslos in ein Auffanggefäß transportieren. Dort lassen sich die gewünschten Zellen sammeln. Anschließend werden diese in einer neuen Zellkulturschale angelegt und proliferieren wieder. Dies funktioniert auch mit einer einzelnen Zelle, so dass man auf diese Weise einen einfachen Weg der Zellklonierung zur Verfügung hat. Die Prozedur ist so sanft zu den Zellen, dass selbst Stammzellen ohne Verlust auf diese Weise bearbeitet werden können.

Laser-Mikrodissektionssystem mit MMI CapLift-Technologie
Das Einzelplatz-Mikrodissektions-System SmartCut Plus von Olympus ist ausgestattet mit einem hoch präzisen UV-Festkörperlaser, der mit Pikosekunden-Impulsen arbeitet. Es empfiehlt sich besonders für Anwendungen in Pathologie, forensischer Medizin oder für Ausbildungszwecke. SmartCut Plus wurde speziell für den unkomplizierten Einsatz in der Routine-Mikromanipulation an fixierten und lebenden Zellen konzipiert und gestattet sowohl die Isolation von Zellgruppen, als auch von einzelnen Zellen und Zellkomponenten für  molekulare Downstream-Analysen.

Zellchirurgie mit ultrakurzen Laserpulsen
Mit dem CellSurgeon der Rowiak GmbH steht Forschern und Entwicklern aus verschiedenen Life-Science-Bereichen ein neues Instrument zur Verfügung, das bei der Erforschung der Zelle und zellulärer Prozesse wertvolle Unterstützung bieten kann. Das neue Nanodissektions-System steht für Laser-Nanochirurgie in lebenden Zellen. Dank ultrakurzer Laserpulse ermöglicht es eine berührungsfreie und besonders schonende Manipulation von Zellen und subzellulären Strukturen. Konkrete Anwendungen sind zum Beispiel die Transfektion von Zellen, das gezielte Ausschalten von Zellorganellen oder die Beeinflussung und Analyse zelldynamischer Prozesse. Die wesentliche Komponente des CellSurgeon ist ein NIR Femtosekunden-Laser, der in ein Mikroskop eingekoppelt und mit Hilfe hochwertiger Objektive stark fokussiert wird. Am Ort des Fokus treten dabei sehr hohe Intensitäten auf. Diese induzieren ein Mikroplasma, das einen Schneide- oder Abtrageffekt bewirkt. Direkt angrenzende Strukturen bleiben nahezu unberührt. Eingriffe sind somit äußerst schädigungsarm, was gerade für die Manipulation von lebenden Zellen einen großen Vorteil darstellt. Hervorzuheben sind die Präzision des Verfahrens, die im Nanometerbereich liegt sowie die ausgezeichnete Reproduzierbarkeit der zellchirurgischen Eingriffe.


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