Head-Up-Displays in Autos, die dem Fahrer Fahrzeugdaten komfortabel in
der Windschutzscheibe anzeigen, sind spannend, aber nicht mehr ganz
neu. Die Idee, Autofahrern, Piloten oder Computerspielern Informationen
direkt auf einer Kontaktlinse zu zeigen, dagegen schon. Ein
Forschungsprojekt der Universität Washington prüft derzeit
die technischen Voraussetzungen und die Alltagstauglichkeit solcher
Linsen...
Die Linsen-Prototypen, die an der Universität von Washington
entwickelt wurden, verfügen über eingebaute rote LEDs (Light
Emitting Diodes) und einen elektronischen Schaltkreis. Dazu haben die
Forscher ICs aus Metallschichten von wenigen Nanometern Dicke gebaut
und die LEDs mit einem Durchmesser von einem Drittel Millimeter mit
Hilfe von Mikroproduktionstechniken hergestellt. Die Form jeder
einzelnen der winzigen Komponenten gab vor, an welches Gegenstück
es sich anfügen würde und in einem haarfeinen
Selbstmontage-Prozess wurden alle Teile auf einem Stück flexiblen
Kunststoff an die richtige Stelle gebracht.
Autofahrer oder Piloten mit Kontaktlinsen mit eingebautem Display
könnten sich die Fahrzeuggeschwindigkeit oder die Flughöhe
einblenden lassen. Internetnutzer könnten das Internet wie auf
einem virtuellen Bildschirm nutzen. Computerspieler könnten sich
ohne Bewegungseinschränkungen in virtuelle Welten versetzen
lassen. Für die Kommunikation würden Wireless Technologien,
für Stromversorgung eingebaute Solarzellen sorgen.
Aber auch wenn die amerikanischen Forscher sich sicher sind, dass
simple Ausführungen der Linsen-Displays bald möglich sein
werden: Ein vollwertiges Display für das Auge ist technologisch
noch nicht machbar. Bislang gibt es nur erste
"Verträglichkeitsstudien" für die neuen Linsen: Im Labor
konnten Kaninchen die Kontaktlinsen über 20 Minuten ohne
Nebenwirkungen tragen. Allerdings wurden bei den Tests die LEDs noch
nicht eingeschaltet.