Die Photonik ist als Schlüsseltechnologie auch einer der großen Wachstumsmärkte im High Tech-Sektor. Welchen Anteil die europäische Industrie für Optische Technologien an diesem Boom hat, lässt sich in der Studie "Photonics in Europe - Economic impact" nachlesen, die kürzlich von der Technologieplattform "Photonics21" gemeinsam mit der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Fazit der 64-seitigen Marktanalyse: Die Europäer sind ganz vorne mit dabei...
2005 belief sich der weltweite Umsatz für Photonikprodukte auf insgesamt 228 Milliarden Euro. Die aktuelle Studie von Photonics21 rechnet, basierend auf einer jährlichen Wachstumsrate von 7,6 Prozent, bis 2015 mit einem Umsatzvolumen von 439 Milliarden Euro. Das kommt fast einer Verdoppelung des Absatzes in zehn Jahren gleich.
Auch die europäische Photonikindustrie profitiert von diesem Boom: 2005 betrug der Gesamtumsatz der Branche 43,5 Milliarden Euro, der sich im darauf folgenden Jahr um 12 Prozent auf 49 Milliarden Euro erhöhte. Dies entspricht einem Weltmarktanteil von 19 Prozent. Mit ihren Umsatzzahlen hat die Photonikindustrie in Europa inzwischen das Volumen einer anderen Zukunftsbranche, der Mikroelektronik, erreicht. Das wollen die Unternehmen der Optischen Technologien in Zukunft noch übertreffen und sich gleichzeitig einen größeren Anteil am weltweiten Markt sichern.
Aktuell beschäftigt die europäische Photonikindustrie rund 246.000 Arbeitnehmer. Schlüsselsektoren sind die Bereiche
- Beleuchtung (15 Prozent),
- optische Technologien für Messtechnik und Automation (14 Prozent),
- Produktionstechnologien (13 Prozent),
- Medizintechnik und Life Sciences (13 Prozent),
- Wehrtechnik (12 Prozent),
- optische Komponenten und Systeme (11 Prozent),
- optische Kommunikation (7 Prozent),
- Solarenergie (7 Prozent),
- Informationstechnologien (5 Prozent) und
- Flachbildschirm (3 Prozent).
Deutschland zählt mit einem Produktionsanteil von 39 Prozent zu den führenden europäischen Ländern in der Photonik. Danach folgen Frankreich und UK mit jeweils 12 Prozent. Große Kompetenz weisen die deutschen Unternehmen insbesondere für medizinische Anwendungen und Produktionstechnologien auf.
Die für die Studie befragten europäischen Unternehmen gaben an, im Durchschnitt 9,7 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung zu investieren. Hilfreich sind bei der Weiterentwicklung der Optischen Technologien auch die europaweiten Kooperationen für die Zukunftstechnologie Photonik, die die Europäische Gemeinschaft mit Initiativen wie der Technologieplattform Photonics21 intensiv fördert.
Mehr Informationen zu Photonics21 sowie die vollständige Studie zum Download steht im Internet bereit unter www.photonics21.org.