"Die Photonik-Branche wächst weiter kräftig. Sowohl der
Inlandsumsatz als auch der Auslandsumsatz werden in 2012 zum dritten
Mal in Folge steigen". Das machte der Geschäftsführer des
Branchenverbandes SPECTARIS, Tobias Weiler deutlich. Im vergangenen
Jahr 2011 konnten die rund 1.000 deutschen Unternehmen der optischen
Industrie ihren Umsatz um 16 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro steigern.
Für das laufende Jahr erwartet SPECTARIS laut einer Umfrage unter
seinen Mitgliedsunternehmen einen weiteren Anstieg um zehn Prozent, auf
dann 28,2 Milliarden Euro.

Die Unternehmen der Photonik sind gestärkt aus der Krise 2009
herausgegangen. Damals mussten sie Umsatzeinbußen von 20 Prozent
hinnehmen, die aber schon 2010 nahezu wettgemacht wurden und das
Vorkrisenniveau erreichten. Im abgelaufenen Jahr 2011 konnte der
Inlandsumsatz um 13,9 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro gesteigert
werden, der Auslandsumsatz sogar um 16,8 Prozent auf fast 18 Milliarden
Euro. Dies ergibt eine Exportquote von 69 Prozent. Der Erfolg der
Photonik-Unternehmen spiegelt sich auch in den Steigerungsraten bei den
Beschäftigtenzahlen wieder. Diese konnte von 2010 auf 2011 um neun
Prozent auf über 135.000 gesteigert werden. Auch hier geht der
Verband für 2012 von einer weiteren Steigerung aus. Die
Beschäftigtenzahl würde dann um 5,5 Prozent auf 142.500
wachsen.
Als Schlüsseltechnologie mit zahlreichen Anwendungsfeldern, etwa
in der Medizintechnik, in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau
ist die Photonik einer der wichtigsten Wachstums- und Zukunftsbranchen
der deutschen Wirtschaft. Die F+E-Quote der Branche liegt bei
überdurchschnittlich starken 10 Prozent. „Damit das auch so
bleibt dürfen der Branche keine unnötigen Steine durch
regulatorische Hürden in den Weg gelegt werden“, so Weiler.
Neben der Maschinenrichtlinie und der REACH-Verordnung zählen dazu
vor allem die WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) und die
RoHS-Richtlinie.
Die Richtlinie über die Beschränkung der
Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und
Elektronikgeräten (RoHS) verbietet die Verwendung von u.a. Blei
und Cadmium in elektrischen und elektronischen Geräten. Die
Beschränkung betrifft ebenfalls die in diesen Geräten
enthaltenen optischen Gläser. Blei und Cadmium verleihen ihnen
besondere Eigenschaften, ohne die zahlreiche Anwendungen, wie die
Fluoreszenzmikroskopie nicht möglich wären. „Solch ein
Verbot würde die Unternehmen und ihre angelagerten
Kundenmärkte in ihrer Innovationsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit beschneiden“, befürchtet Weiler.
Bis 2016 gilt für „Blei und Cadmium in optischem Glas und
Filterglas“ eine Ausnahmeregelung, für die sich auch
SPECTARIS eingesetzt hat. Darüber hinaus engagiert sich der
Verband dafür, dass die Ausnahme für optisches Glas generell
bestehen bleibt.