Eine neue Fertigungstechnologie soll Leuchtdioden (LED) deutlich
verbilligen. Forschern der Siemens-Tochter Osram Opto
Semiconductors ist es erstmalig gelungen, Gallium-Nitrid-LED-Chips
auf Siliziumträgern statt auf teuren Saphirsubstraten
herzustellen. Silizium ist als Standardmaterial der Halbleiterindustrie
eine kostengünstige Alternative und zudem ausreichend
verfügbar. Durch diese Entwicklungsarbeit leistet Osram einen
wesentlichen Beitrag, LED-Komponenten bei gleichbleibender
Qualität und Leistung künftig kostengünstiger herstellen
zu können.
LED sind eine effiziente und vor allem energiesparende Alternative zur
herkömmlichen Raumbeleuchtung. Bislang ist jedoch ihre Herstellung
noch teurer als herkömmliche Beleuchtung, so dass sie sich bei der
Alltagsbeleuchtung bisher nicht breit durchsetzen konnten.
Durch das neue Verfahren wird es möglich, großflächige
Siliziumscheiben für die LED-Herstellung zu verwenden, was den
Herstellungsprozess deutlich effizienter werden lässt. Osram
gelingt es schon jetzt, die Hochleistungs- LED-Chips auf einer
150-Millimeter-Scheibe - dies entspricht sechs Zoll - zu fertigen.
Daraus können theoretisch 17.000 LED-Chips mit einer
Chipgröße von einem Quadratmillimeter hergestellt werden.
Die Forscher arbeiten bereits daran, den Herstellungsprozess für
acht Zoll große Scheiben umzusetzen, um die Anzahl der Chips pro
Substrat zu erhöhen und damit die Herstellungskosten weiter zu
reduzieren. Erste kommerziell erhältliche LED-Produkte mit Chips
auf Silizium-Basis werden in etwa zwei Jahren erwartet.
Die neuen Dünnfilm-basierten LED-Chips befinden sich im
Pilotstatus und werden unter realen Bedingungen getestet. Die
Prototypen blauer und weißer LED auf Silizium-Basis zeigen
Leistungswerte, die den heute verfügbaren LED ebenbürtig sind
.So liefert der blaue, einen Quadratmillimeter große Chip im
Standardgehäuse eine Rekordhelligkeit von 634 Milliwatt bei einer
Spannung von 3,15 Volt, was einer Leistungseffizienz von 58 Prozent
entspricht. Das sind herausragende Werte für Chips dieser
Größe bei einem Strom von 350 Milliampere.
Grundlage für die Entwicklung der neuen Fertigungstechnologien
sind die Spezialkenntnisse bei Osram Opto Semiconductors zum
künstlichen Kristallwachstum. Der Durchbruch liegt vor allem in
einem besonderen Epitaxieverfahren, das es ermöglicht, besonders
stabile Schichten abzuscheiden, ohne dass die bei Silizium häufig
auftretenden Risse entstehen. Gleichzeitig sind diese Schichten in
Bezug auf Helligkeit und Stabilität mit Saphir vergleichbar.
Weitere Informationen unter
http://www.siemens.de/pof