
Lode Pollet, ehemaliger SNF-Stipendiat und nun Professor für
Physik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, ist
mit dem Newcomb-Cleveland-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis wird
jährlich für die beste im Wissenschaftsmagazin Science
veröffentlichte Arbeit verliehen. Darin berichtete das Team, in
dem Pollet mitwirkte, wie es ihm erstmals gelungen war, einzelne Atome
sichtbar zu machen.
Quantencomputer würden die Rechenleistung unserer heutigen Rechner
deutlich übersteigen, wenn es sie denn schon gäbe. Vorerst
noch arbeiten die Forschenden an den Grundlagen. Der Physiker Lode
Pollet hat mit Kollegen an der Universität Harvard in den USA
einzelne Atome in einem Lasergitter einfangen und sichtbar machen
können, wie sie in einer von der American Association for the
Advancement of Science ausgezeichneten Arbeit berichten.
Die Forschenden benutzten ein Laserstrahlenraster, um eine Atomwolke
bei sehr tiefen Temperaturen einzufangen. Mit ihrem eigens in Harvard
entwickelten Quantengas-Mikroskop konnten sie das von den Atomen
gestreute Laserlicht messen und so die Präsenz eines einzelnen
Atoms nachweisen. Damit sprengten sie die natürliche
Auflösungsgrenze konventioneller Mikroskope.
In einem Lasergitter eingefangene Atome gelten schon lange als
attraktive Kandidaten für den Bau eines Quantencomputers. Die neue
Arbeit ebnet den Weg dahin, denn die Abbildung einzelner Atome ist eine
wesentliche Voraussetzung, um den Zustand dieser Atome gezielt zu
manipulieren und sie für Rechenleistungen einzusetzen.
Als einziger theoretischer Physiker im ausgezeichneten Team war Lode
Pollet für die Simulationen der Experimente zuständig. Pollet
leistete seinen Beitrag als SNF-Stipendiat an der Universität
Harvard zwischen April 2009 und August 2010.