Die finanziellen und wirtschaftlichen Krisen in Europa
scheinen den Gehältern der Arbeitnehmer nichts anzuhaben. Zu diesem Ergebnis
kam das aktuelle Update der Aon Hewitt-Studie „Salary Increase Survey 2012“ zur
Gehaltsentwicklung im europäischen Raum.
In Deutschland werden die Löhne in diesem Jahr
voraussichtlich um 3,0 Prozent steigen. Das ist nur marginal weniger, als die
letzte Untersuchung im wirtschaftlich weitaus stabileren Sommer 2011 prognostizierte
(3,1 Prozent). Trotz drohender Verschlechterung der Wirtschaftslage bleiben die
Budgets für Gehaltserhöhungen also stabil – eine Beobachtung, die nicht nur für
die Bundesrepublik, sondern ganz Westeuropa zutrifft.
Zwar haben sie das Niveau von 2009 noch nicht wieder
erreicht, doch senden die Unternehmen damit ein klar positives Signal an ihre
Mitarbeiter. Denn sinkende Inflationsraten hätten durchaus die Möglichkeit
geboten, die Budgets zu verkleinern, ohne den Reallohn der Arbeitnehmer zu
beschneiden.
In Deutschland wird dieser entsprechend um knapp ein
Prozent steigen, bleibt die Inflationsrate bei den 2,1 Prozent der ersten
beiden Monate des Jahres.
Dass Unternehmen die Chance zur Budgetsenkung nicht genutzt
haben, beweist ein erhöhtes Bewusstsein für ihre soziale Verantwortung. Gleichzeitig
wollen sie zeigen, dass sie optimistisch in die Zukunft sehen, trotzt der
aktuellen Krisen.
Positiv ist zu bewerten, dass der Trend in ganz Europa zu
beobachten ist – inklusive Griechenland.“ Das spreche deutlich dafür, dass
Unternehmen zukünftig von mehr Stabilität im europäischen Raum ausgehen.
Arbeitnehmer dürfen sich im Schnitt auf drei Prozent mehr Gehalt freuen.
Länderbezogen weichen die Zahlen maximal um 0,3
Prozentpunkte nach oben oder unten ab. Abgesehen von Großbritannien liegen die
Lohnsteigerungen durchweg über den aktuellen Inflationsraten der Länder. Auch
bezogen auf das Realeinkommen werden die Arbeitnehmer also fast überall in
Europa mehr im Geldbeutel haben.
Die Arbeitgeber bemühen sich, wieder allen Mitarbeitern
Gehaltserhöhungen zukommen zu lassen und nicht, wie während der globalen
Wirtschaftskrise, sehr selektiv die High-Performer bei der Vergabe der Budgets
zu bevorzugen. Das erschwert zwar die leistungsgerechte Entlohnung immer
kostbar werdender Talente, deutet aber wiederum auf die gesteigerte Wahrnehmung
der Verantwortung gegenüber allen Mitarbeitern hin.
Unabhängig davon sollten Unternehmen vermehrt auf die
effektive Kommunikation von Gesamtvergütungspaketen und deren Wert setzen. Vor
allem nicht-monetäre Benefits sollten den Mitarbeitern bekannt und verständlich
sein, um eine höhere Wertschätzung bei diesen zu erreichen.