Ob im Laptop, im Handy oder im Auto –wer langlebige Tasten sucht,
legt Wert auf Goldkontakte. Bislang werden die meist galvanisch
aufgebracht. In einem neuen laserbasierten Verfahren werden Goldpunkte
anstelle der Schichten aufgeschweißt. Das geht schnell und kann
den Goldverbrauch bis zu 90% verringern.
Tasten und Tastaturen findet man heute überall, sowohl im privaten
Bereich (Auto, Telefon, Computer) als auch im industriellen Umfeld.
Absolute Zuverlässigkeit bei einer hohen Zahl von
Schaltvorgängen ist dabei eine Hauptforderung der Nutzer.
Gleichzeitig suchen die Hersteller nach kostengünstigen
Produktionsverfahren und nach Möglichkeiten, um die hochwertigen
und teuren Materialien noch effizienter zu verwenden.
Am Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT in Aachen ist jetzt
eine Methode entwickelt worden, um beiden Vorgaben in der industriellen
Fertigung von Tasten gerecht zu werden. Die Forscher am Fraunhofer ILT
haben dabei in dem vom BMBF geförderten Projekt Mifulas 2 in
Zusammenarbeit mit dem Projektpartner INOVAN ihre Erfahrungen im
Laserauftragschweißen genutzt, um galvanische Goldschichten auf
den sogenannten Schnappscheiben durch kleine geschweißte
Goldpunkte zu ersetzen.
Die Schnappscheiben sind kleine Kontaktfeder, die für das
elektrische Schalten und die taktile Rückmeldung bei diversen
Tastaturbauformen sorgen. Sie bestehen meist aus einem hochwertigen
Federstahl, der vorwiegend vergoldet oder auf andere Weise
kontaktveredelt wird. Gold bietet dabei nicht nur einen niedrigen
Kontaktwiderstand, sondern auch eine hohe Korrosionsbeständigkeit.
Mit der neuen Methode werden anstelle der großen Goldflächen
nur noch kleine Kontaktpunkte mit einem Faserlaser aufgeschweißt.
Dessen Strahldurchmesser von weniger als 100 µm und ein
Goldpulver mit Korndurchmessern unter 10 µm machen Kontaktpunkte
mit weniger als 100 µm Durchmesser und Höhe möglich.
Bei diesem Mikro-Laserauftragschweißen wird das
pulverförmige Zusatzmaterial mit einer Düse in die
Wechselwirkungszone von Laser und Substratmaterial (z. B. Edelstahl,
Nickellegierung) eingebracht. Die Laserenergie schmilzt sowohl eine
dünne Randschicht des Substrats als auch das Goldpulver auf, so
dass ein Goldkontaktpunkt aufgeschweißt wird. Dieser Kontakt ist
schmelzmetallurgisch mit dem Substrat verbunden.
Deutlich weniger MaterialverbrauchEin entscheidender Vorteil des Verfahrens besteht in der
Materialeffizienz. Schon fünf selektiv aufgeschweißte
Goldkontaktpunkte können die flächige Goldbeschichtung an
Schnappscheiben ersetzen. Erste Berechnungen ergeben
Materialeinsparungen bei der Goldbeschichtung von 50 bis zu 90 Prozent.
Die Lebensdauer der Schalter wird dabei nicht messbar beeinflusst, wie
in ersten Tests mit 100.000 Schaltvorgängen beim Projektpartner
INOVAN nachgewiesen wurde. Auch die elektrischen Eigenschaften dieser
Goldpunkte entsprechen denen der galvanischen Beschichtung.
Integrierte FertigungDarüber hinaus ermöglicht das laserbasierte Verfahren eine
Integration der Goldkontaktierung direkt in die Fertigung des
Schaltelements. Das ermöglicht sowohl die Bearbeitung von
Rollenware als auch die effiziente Fertigung von Kleinserien oder
Prototypen.
Das Aufschweißen eines Punkts dauert etwa 50 Millisekunden. Zur
Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit laufen derzeit weitere
Untersuchungen. Durch eine Aufteilung des Laserstrahls sollen
zukünftig 20 Kontakte simultan aufgeschweißt werden
können.
Das Verfahren zum Laserauftragschweißen von Kontakten aus
Edelmetallwerkstoffen ist grundsätzlich für alle metallischen
Bauteile geeignet, die derzeit galvanisch kontaktiert werden. Beispiele
sind nicht nur Schaltelemente für Handys, sondern auch
Bipolarplatten für Brennstoffzellen.
Weitere Informationen unter
http://www.ilt.fraunhofer.de/