Mit einem aktuellen Ultrakurzpuls-Thulium Faserlaser, zwei
Lasersystemen für den Einsatz auf fernen Planeten sowie mit
innovativer Fasertechnologie im Gepäck, reist das Laser
Zentrum Hannover zum globalen nordamerikanischen Branchentreff der
Optik und Photonik nach Kalifornien.
Die Gruppe Ultrafast Photonics verfolgt neuartige Konzepte für
kompakte modengekoppelte Faseroszillatoren zur Strukturierung
organischer Solarzellen. In den USA wird die neueste Entwicklung
– ein vollständig faserbasierter Ultrakurzpuls
Thulium-Oszillator, der bei einer Wellenlänge um 1.98 µm
emittiert - zu sehen sein. Das System arbeitet im Bereich dissipativer
Solitonen mit charakteristisch hoher Pulsenergie von 2 nJ (Nanojoule)
bei Repetitionsraten von 10 MHz sowie hochgradig gechirpten
Ausgangspulsen mit einer Pulsdauer um mehrere 10 Pikosekunden. Die
Modenkopplung erfolgt mittels fasergekoppelter,
sättigbarer Absorberspiegel.
Der Oszillator dient als Seed-Quelle für Faser-Verstärker,
die bei einer Wellenlänge von 2 µm arbeiten. Dieses System
wiederum pumpt eine nichtlineare Konversionsstufe, die Strahlung
zwischen 3 und 8 µm erzeugt. Das Gesamtsystem, das im Rahmen des
EU-Projektes IMPROV realisiert wird, vereinfacht wirkungsvoll die
Herstellung organischer Solarzellen für die Photovoltaik, aber
auch von organischen Leuchtdioden (OLED) und
Dünnschichttransistoren (OTFT) mit deutlich verringerten
Flächenverlusten.
Spurensuche mit gepulsten HochleistungslasernDie Gruppe Space Technologies (SPT) entwickelt speziell auf den Einsatz
im Weltraum abgestimmte diodengepumpte Festkörperlaser-Systeme.
Aktuell wird für die von ESA und NASA gemeinsam geplante
ExoMars-Mission der Prototyp eines Lasers zum einsatzreifen Flugmodell
weiterentwickelt. Der Laser gehört zu den Kernkomponenten des
‚Mars Organic Molecule Analyser‘, kurz MOMA genannt. Mit
einer Emissionswellenlänge von 266 nm und einer Laserpulsenergie
um 250 µJ wird er zum Nachweis und zur Analyse organischer
Materie mittels Laser-Desorptions-Massenspektrometrie (LD-MS) genutzt
und soll die Suche nach Lebensspuren auf dem Mars unterstützen.
Für die Weltraumtauglichkeit statten die Forscher das
Lasersystem mit einem hermetischen Gehäuse, strahlungsharten und
ausgasarmen Materialien sowie mit besonderen optischen Beschichtungen
aus. Der Laser wird mit Bursts hoher Repetitionsraten von bis zu 100 Hz
betrieben. Auf dem Stand gezeigt wird der derzeitige flugnahe Prototyp,
der bereits erfolgreich einen Vibrationstest mit bis zu 20facher
Erdbeschleunigung überstanden hat.
Das zweite Exponat der Weltraumgruppe ist ein nur 35 g leichter und
sehr robuster Laserkopf für die Analyse der Elementverteilung auf
Planetenoberflächen, aber auch für terrestrische
Materialanalyse unter extrem rauen Umweltbedingungen. Dieses mit
hoch-spezialisierter Elektronik ausgestattete LIBS-Lasersystem arbeitet
mit einer Wellenlänge von 1053 nm, einer Pulsenergie von > 1 mJ
und Pulswiederholraten < 50 Hz. Bei einer Pulsdauer von 2ns
werden Strahlqualitäten von (M²) < 1.3 erreicht.
Hochleistungsfaserkomponenten für NIR-BereichZur Faserintegration der heutzutage so gefragten kontinuierlich wie
auch gepulst emittierenden Strahlquellen im
Wellenlängenbereich zwischen 1 und 2 µm stellt die
Gruppe Faseroptik verschiedene Neuentwicklungen vor. Zum einen zwei
Pump- und Signalkoppler mit jeweils seitlicher Überkopplung, so
dass sie auch für rückwärts gepumpte Aufbauten verwendet
werden können, ohne dass schädliche Signalleistung in die
Pumpfasern gelangt und zu einer Zerstörung der Pumpdioden
führen kann. Ein Koppler kombiniert die Pumpwellenlänge von
795 nm mit einer Signalwellenlänge um 2µm und wird in
Thulium-Faserlasern eingesetzt. Der zweite wurde für den
Wellenlängenbereich um 1 µm optimiert und kann Pumplicht von
4 verschiedenen Laserdioden mit jeweils einer Rekordleistung von 100 W
in eine Signalfaser einkoppeln.
Der neue monomodige Wellenlängen Multiplexer für 1025/1064 nm
liegt mit einer spezifizierten Leistungsfestigkeit von über 26 W
pro Kanal um Faktor 2 über den am Markt verfügbaren
Komponenten. Er ermöglicht kerngepumpte Aufbauten
höchster Leistungen im Wellenlängenbereich um 1 µm.
Weitere Informationen unter
www.lzh.de/