Laserstrahlen könnten die Lösung für das zunehmende
Müllproblem im All liefern. US-Forscher wollen Weltraumschrott
künftig durch gezieltes Anschießen aus der Umlaufbahn und
zum Verglühen bringen.
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| Schüsse ins All: Laser macht Weltraumschrott den Garaus (Bild: E. Victor George) |
Das Konzept des "Laser Orbital Debris Removal" (LODR), das soeben auf
der Plattform arXiv präsentiert wurde, beruht auf einem 150
Kilowatt starkem Laser, der mit einem zehn Meter großen Spiegel
Schrotteile in den unteren Umlaufbahnen der Erde verfolgt. Durch das
Abfeuern von Laserimpulsen werden Schrottteile ein wenig verdampft,
wodurch sich ein Plasmastrahl bildet, der wie ein Triebwerk wirkt und
das Objekt selbst als Treibstoff nutzt.
Der Schrotteil wird somit selbst zu einer laserbefeuerten Rakete, die
aus ihrer Umlaufbahn gerät und durch die zunehmende Reibung
langsamer wird und in die Erdatmosphäre eintritt. Kleinere
Schrotteile verglühen dort, größere könnte man
gezielt in den Pazifik steuern, behauptet Forschungsleiter Claude
Philipps von der Firma Photonic Associates. Der Preis dieser
Müllabfuhr: Wenige tausend Dollar bei Kleinteilen, bis zu einer
Mio. bei größerem Müll - deutlich weniger als die
mehrere hundert Mio. Dollar, auf die vergleichbare Ansätze mit
Raumschiff-Entsendungen kommen.
Juristisches Niemandsland Dass ihre Idee in der Vergangenheit nicht verwirklicht wurde,
führen die US-Forscher auf die im Kalten Krieg vorherrschende
Angst vor einem Missbrauch im Militäreinsatz gegen feindliche
Satelliten zurück. Baumjohann erkennt jedoch "keine gröberen
Hindernisse", solange solide Übereinkommen zwischen den Staaten
getroffen werden. Die nötigen rechtlichen Grundlagen für
derartiges Vorgehen sind allerdings erst im Entstehen.