Mobilität ist zu einem Grundbedürfnis industrialisierter
Gesellschaften geworden. Das betrifft die Zunahme des weltweiten
Güterverkehrs genauso wie die vielfältigen individualisierten
Mobilitätsanforderungen. Dem gegenüber stehen regulierende
Maßnahmen der Energiepolitik zur Reduzierung des
CO2-Ausstoßes. Hier sind die Automobilhersteller in der Pflicht.
Sie steigern die Effizienz von neuen Fahrzeugmodellen, indem sie
beispielsweise Gewicht reduzieren oder in gänzlich neue
Antriebskonzepte wie Elektromobilität investieren. Die
Lasertechnik ist in beiden Fallen eine Schlüsseltechnologie, da
sie eine präzise und effiziente Bearbeitung garantiert und manche
Produktionsverfahren überhaupt erst ermöglicht.
Leichte und formstabile KarrosseriebauteileDurch den Einsatz pressgehärteter Stähle kann das Gewicht
einer Karosse deutlich reduziert werden. Diese Stähle haben eine
sehr hohe Festigkeit und ermöglichen einen geringeren
Materialeinsatz im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen. Dadurch
reduziert sich nicht nur der Kraftstoffverbrauch, auch die Sicherheit
erhöht sich.
Maschinen und Laser von TRUMPF kommen in zahlreichen Prozessschritten
bei der Verarbeitung hochfester Stähle zum Einsatz. Auf der EMO
illustriert TRUMPF diese Prozesskette anhand eines Golf GTI.
Die meisten pressgehärteten Karosserieteile werden aus
Aluminium-Silizium beschichtetem, borlegiertem Stahl gefertigt. Dieser
wird normalerweise vom Coil in einer Platinenschneidpresse bearbeitet.
Das Beschneiden der flachen Platinen kann auch von einer 2-D-
Laserschneidmaschine erledigt werden. Diese bietet den Vorteil, dass
die Bauteile jederzeit flexibel verändert werden können ohne
teures Schneidwerkzeug zu tauschen. Die Laserbearbeitung lässt das
Schachteln der Bauteile zu, so dass sich die Ausnutzung des Materials
erhöht.
Die Platinen werden anschließend in einer Ofenstrecke
erwärmt, um das Material plastisch und damit gut formbar zu
machen. Hier können TruHeat Generatoren zur
Induktionserwärmung Einsatz finden. Die Produkte von
HÜTTINGER Elektronik weisen eine höhere Energieeffizienz auf
und können damit die Betriebskosten im Vergleich zu
herkömmlichen Gasfeuerungstechnologien reduzieren.
Die erwärmten Teile werden in einer Formpresse abgeschreckt und
erreichen dadurch eine Zugfestigkeit von rund 1500 MPa. Das hochfeste
Material erhöht die Sicherheit der Fahrgastzelle entscheidend und
lässt sich durch konventionelle Verfahren kaum mehr wirtschaftlich
bearbeiten. Aus diesem Grund kommen 3-D-Laserschneidanlagen für
das Zuschneiden der pressgehärteten Karosseriebauteile zum
Einsatz. Hier hat TRUMPF mit der TruLaser Cell 8030 mit Scheibenlaser
eine spezielle Maschine entwickelt, die für diese Anwendung
optimiert ist.
Die Strukturbauteile werden danach weiterverarbeitet und zu Karosseriebaugruppen zusammengeschweißt. Hier können
3-D-Schweisszellen mit TruDisk Lasern und Remote-Schweissoptiken
eingesetzt werden. Eine Nachverfolgbarkeit der gefertigten Teile
stellen lasermarkierte Barcodes sicher. Die Laserkennzeichnung bietet
den Vorteil der langfristigen Beständigkeit und hohen
Qualität.
40 Prozent Zeitersparnis bei NutzfahrzeugachseNeben Golf GTI zeigt TRUMPF als weiteres Beispiel für den Einsatz
des Lasers in der Automobilfertigung auf der EMO eine
Nutzfahrzeugachse. Die Herausforderung bei der Achsenfertigung ist der
hohe Kohlenstoffgehalt des Werkstoffs. Dieser lässt sich mit
konventionellen Methoden nicht schweißen, das Material wird
schnell rissig und spröde. Durch Vorwärmen mit TruHeat
Generatoren und speziellen Induktoren werden die Achsenbauteile
für den nachfolgenden Schweißprozess optimal vorbereitet.
Rissbildung und Versprödung werden verhindert.
Die Tiefschweißnähte an den Achsrändern schweißt
der Laser. Dies bietet bei dem anspruchsvollen Werkstoff den Vorteil
einer geringeren Wärmeeinbringung und damit eines reduzierten
Verzugs. Die geringere thermische Belastung des Materials und eine
gesteuerte Abkühlung nach dem Schweißprozess vermeiden Risse
und erhöhen die Belastbarkeit des Achsbauteils. Zusätzliche
Arbeitsschritte wie mechanische Nacharbeiten entfallen aufgrund der
Qualität der Schweißnähte. Insgesamt lassen sich
Nutzfahrzeugachsen durch Laserschweißen in 40 Prozent weniger
Zeit herstellen.
Laserfertigung als Grundlage für E-MobilityEine der größten Herausforderungen bei der Realisierung
einer flächendeckenden Elektromobilität ist die Herstellung
von schnellaufladbaren, leistungsstarken und langlebigen Batterien
für Elektromotoren. Diese Engergiespeicher sind mit den für
Alltagsanwendungen eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus nicht vergleichbar,
da sie während eines normalen Beschleunigungsvorgangs eine sehr
hohe Leistungsdichte in sehr kurzer Zeit zur Verfügung stellen
müssen. Diese Stromspitzen stellen hohe Anforderungen an das
Batteriemanagement im Hinblick auf Leistungshöhe und
Leistungsdauer. Gleichzeitig muss die Wiederaufladung schnell erfolgen,
da die Verfügbarkeit eines der Erfolgskriterien für die
Praktikabilität von Elektromotoren ist.
Auch in punkto Lebenszyklusdauer müssen künftige Batterien
für Elektromobile wesentlich robuster sein als dies bisher bei
Lithium-Ionen-Akkus der Fall ist. Derzeitige Batterien in
Elektromobilen haben eine Ladezeit von rund drei bis vier Stunden und
eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Um die Effizienz und
Leistungsstärke dieser Speicher zu erhöhen, wird versucht
durch die Kombination mehrer Batteriezellen leistungsstarke Gesamtakkus
zu schaffen.
Alltagstaugliche Batterien sind derzeit für Elektrofahrräder
realisiert. Als Beispiel hierfür zeigt TRUMPF auf der EMO das
ELMOTO. Die an diesem E-Bike eingesetzte Batterie besteht aus einer
einzelnen Zelle, die rund 2,2 Ampere liefert. Der geschätzte
weltweite Markt für diese Fahrräder hat ein Volumen von rund
50 Millionen Euro.
Für die Fertigung leistungsstarker Energiespeicher ist die
Lasertechnik ein mehr als geeignetes Fertigungsverfahren. Denn beim
Schneiden und Schweißen von Batteriebauteilen wie Gehäuse
oder Zellverbinder kann der Laser seine ganzen Vorteile ausspielen. Die
berührungslose Bearbeitung sorgt für eine geringe mechanische
Belastung des Materials. Die lokal begrenzte, geringe
Wärmeeinwirkung beim Schweißen ergibt verzugsfreie
Nähte. Das Ziel, immer kleinere und leistungsstärkere Zellen
in einen Batterieblock zu integrieren unterstützt die Lasertechnik
durch die hohe Bearbeitungsqualität und Präzision bei der
Fertigung und Feinbearbeitung kleiner Bauteile. Die effiziente
Fertigung auf Lasermaschinen mit hoher Produktivität und niedrigen
Teilekosten ermöglicht die Herstellung großer Volumen zu
günstigen Preisen, wie es der Automobilmarkt erfordert.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.trumpf.com/