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PRAXIS
Management
3 "weibliche" Führungsqualitäten

Frauen geht es darum, Potenziale zu orten und zu entwickeln, die Kräfte in Teams zu bündeln, zum Wohl der Sache und der damit befassten Menschen. „Weibliche" Prinzipien der Führung werden mehr und mehr als wertvoll wahrgenommen und viele Unternehmen erkennen bereits, dass sie sich etwas Gutes tun, wenn sie mehr Frauen in ihre Führungsriegen aufnehmen, die die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Ja, dass das vielleicht die einzige Möglichkeit ist, zu überleben.

In zahlreichen Studien wird die Existenz und Bedeutung der weiblichen Führungsqualitäten untersucht. Eine der interessantesten Untersuchungen dazu wurde von der Münchner Unternehmensberatung „System und Kommunikation" vorgelegt:
  1. Frauen stellen die Aufgabe in den Mittelpunkt - Männer die Rolle, die Position
    Für Männer bedeutet die Übernahme einer Führungsrolle meist einen Bruch in der Berufsbiographie, der Wechsel ins Management bringt oft eine völlig neue Orientierung mit sich, quasi einen neuen Job mit neuen Inhalten und Aufgaben. Frauen dagegen sehen Führung unter ganz anderen Aspekten: Für sie geht es darum, eine Aufgabe möglichst optimal zu erfüllen. Führung hängt immer stark mit den jeweiligen Aufgaben zusammen, ist somit eine Funktion der Aufgabe. Führung ist für Frauen keine „Rolle", die sie erfüllen können, ganz egal, welche Inhalte damit verbunden sind. Während Männer durchaus von einem Vorstandsposten zum nächsten „hoppen", von Branche zu Branche, bleiben Frauen bei ihren Aufgaben und Inhalten und bauen darauf auf. Im Team, mit ihren Mitarbeitern, ausgerichtet auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelnen und auf die Sache.
  2. Frauen gestalten ihre Karriere nach Aufgaben - Männer orientieren sich an Aufstiegschancen
    Für Frauen zählt, ob eine Aufgabe interessant, spannend und sinnvoll ist, für Männer ist wichtig, an welcher Stelle der Hierarchie sie sich befinden. Sie fragt sich „was muss getan werden?", er fragt sich „was bringt mir das?". Ausharren in einem uninteressanten aber gutbezahlten Job ist Sache der Frauen nicht, Männer neigen viel mehr zum Aussitzen von Problemen, wenn damit ein Aufstieg auf der Karriereleiter verbunden ist. Frauen möchten eine inhaltlich sinnvolle Arbeit tun, qualitativ etwas erreichen; Männer orientieren sich an Quantitäten und sehen ihre Führungsrolle stark eingebunden in ein Belohnungssystem, wo nach vorne kommt, wer etwas gut gemacht hat. Männer haben daher naturgemäß ein Problem mit flachen Hierarchien, es fehlen ihnen die Anhaltspunkte, wo sie denn nun stehen, wohin sie noch aufsteigen können. Frauen begrüßen flache Hierarchien, weil ihnen die Aufgabe wichtiger ist als die Position.
  3. Frauen stehen mittendrin - Männer stehen oben
    In Unternehmen, die nach dem Prinzip der Pyramide organisiert sind, stehen Frauen selten ganz oben an der Spitze. Im Gegensatz zu den Männern, die alles darauf hinorientieren, so weit wie möglich aufzusteigen, organisieren Frauen sich eher in Teams, in der Mitte, kreisförmig unter Einbeziehung vieler, die miteinander arbeiten. Und nicht nur das, sie suchen gezielt das Gespräch auf allen Hierarchieebenen, während Männer gerne unter sich bleiben, also den Austausch auf der gleichen Ebene bevorzugen. Dieser weibliche Weg fördert die echte Kommunikation in Projektbesprechungen im Gegensatz zum Mechanismus von Anordnen und Berichten, wie es in der klassischen Struktur praktiziert wird.

Autorin
Claudia Enkelmann
Enkelmann-lnstitut
http://www.enkelmann.de
Email: info@enkelmann.de


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