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PRAXIS
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3 "weibliche" Führungsqualitäten |
Frauen geht es darum, Potenziale zu orten und zu entwickeln, die
Kräfte in Teams zu bündeln, zum Wohl der Sache und der damit befassten
Menschen. „Weibliche" Prinzipien der Führung werden mehr und mehr als
wertvoll wahrgenommen und viele Unternehmen erkennen bereits, dass sie
sich etwas Gutes tun, wenn sie mehr Frauen in ihre Führungsriegen
aufnehmen, die die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Ja, dass das
vielleicht die einzige Möglichkeit ist, zu überleben. In
zahlreichen Studien wird die Existenz und Bedeutung der weiblichen
Führungsqualitäten untersucht. Eine der interessantesten Untersuchungen
dazu wurde von der Münchner Unternehmensberatung „System und
Kommunikation" vorgelegt:
- Frauen stellen die Aufgabe in den Mittelpunkt - Männer die Rolle, die Position
Für
Männer bedeutet die Übernahme einer Führungsrolle meist einen Bruch in
der Berufsbiographie, der Wechsel ins Management bringt oft eine völlig
neue Orientierung mit sich, quasi einen neuen Job mit neuen Inhalten
und Aufgaben. Frauen dagegen sehen Führung unter ganz anderen Aspekten:
Für sie geht es darum, eine Aufgabe möglichst optimal zu erfüllen.
Führung hängt immer stark mit den jeweiligen Aufgaben zusammen, ist
somit eine Funktion der Aufgabe. Führung ist für Frauen keine „Rolle",
die sie erfüllen können, ganz egal, welche Inhalte damit verbunden
sind. Während Männer durchaus von einem Vorstandsposten zum nächsten
„hoppen", von Branche zu Branche, bleiben Frauen bei ihren Aufgaben und
Inhalten und bauen darauf auf. Im Team, mit ihren Mitarbeitern,
ausgerichtet auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelnen und auf
die Sache. - Frauen gestalten ihre Karriere nach Aufgaben - Männer orientieren sich an Aufstiegschancen
Für
Frauen zählt, ob eine Aufgabe interessant, spannend und sinnvoll ist,
für Männer ist wichtig, an welcher Stelle der Hierarchie sie sich
befinden. Sie fragt sich „was muss getan werden?", er fragt sich „was
bringt mir das?". Ausharren in einem uninteressanten aber gutbezahlten
Job ist Sache der Frauen nicht, Männer neigen viel mehr zum Aussitzen
von Problemen, wenn damit ein Aufstieg auf der Karriereleiter verbunden
ist. Frauen möchten eine inhaltlich sinnvolle Arbeit tun, qualitativ
etwas erreichen; Männer orientieren sich an Quantitäten und sehen ihre
Führungsrolle stark eingebunden in ein Belohnungssystem, wo nach vorne
kommt, wer etwas gut gemacht hat. Männer haben daher naturgemäß ein
Problem mit flachen Hierarchien, es fehlen ihnen die Anhaltspunkte, wo
sie denn nun stehen, wohin sie noch aufsteigen können. Frauen begrüßen
flache Hierarchien, weil ihnen die Aufgabe wichtiger ist als die
Position. - Frauen stehen mittendrin - Männer stehen oben
In
Unternehmen, die nach dem Prinzip der Pyramide organisiert sind, stehen
Frauen selten ganz oben an der Spitze. Im Gegensatz zu den Männern, die
alles darauf hinorientieren, so weit wie möglich aufzusteigen,
organisieren Frauen sich eher in Teams, in der Mitte, kreisförmig unter
Einbeziehung vieler, die miteinander arbeiten. Und nicht nur das, sie
suchen gezielt das Gespräch auf allen Hierarchieebenen, während Männer
gerne unter sich bleiben, also den Austausch auf der gleichen Ebene
bevorzugen. Dieser weibliche Weg fördert die echte Kommunikation in
Projektbesprechungen im Gegensatz zum Mechanismus von Anordnen und
Berichten, wie es in der klassischen Struktur praktiziert wird.
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