Die Gehälter der Leitenden Angestellten in Deutschland sind im
Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Dies ist mehr als
erwartet. Hatten die Unternehmen doch im Vorjahr von 2009 auf 2010 eine
Nullrunde prognostiziert. In diesem Jahr sind die Unternehmen bei den
erwarteten Gehaltserhöhungen zurückhaltend. Prognostiziert
werden Grundgehaltserhöhungen zwischen ein und zwei Prozent.
Durchschnittlich 97.000 Euro verdienen Leitende Angestellte der zweiten
Ebene, während ihre Kollegen auf der ersten Ebene unterhalb der
Geschäftsführung Jahresgesamtbezüge in Höhe von
132.000 Euro erhalten.
Die Grundgehälter steigen nur leicht. Stattdessen wird die
leistungsabhängige Zusatzvergütung immer wichtiger. Das zahlt
sich für beide Seiten aus: Das Unternehmen kann je nach
Ertragslage und individueller Leistung variabel vergüten und die
Führungskräfte können ihr Gehalt durch
überdurchschnittliches Engagement deutlich erhöhen .
Topverdiener kaufmännischer GesamtleiterDie Spannbreite der Jahresgesamtbezüge von
Führungskräften ist in der Praxis außerordentlich
groß: Sie reicht in Einzelfällen von unter 50.000 Euro bis
über 500.000 Euro. 44 Prozent aller Führungskräfte
liegen in den Gehaltsklassen 50.000 bis 100.000 Euro. 36 Prozent
verdienen zwischen 100.000 und 150.000 Euro, 17 Prozent verdienen mehr.
Die Spitzenreiter in der Gehaltsrangliste sind wie im Vorjahr die
Gesamtleiter der kaufmännischen Bereiche: Führungskräfte
in dieser Position erhalten durchschnittlich 157.000 Euro pro Jahr. Im
Verkaufsinnendienst werden Leitende Angestellte hingegen im
Durchschnitt nur mit 78.000 Euro vergütet.
Zusatzleistungen werden wichtigerIm Rahmen der Mitarbeiterbindung werden Zusatzleistungen in den
Vergütungspaketen Leitender Angestellter wichtiger. Die
betriebliche Altersvorsorge ist die wichtigste, allerdings für die
Unternehmen auch die teuerste, Zusatzleistung. Die betriebliche
Altersvorsorge ist insbesondere für Führungskräfte von
Bedeutung. Entsprechend bieten 71 Prozent der deutschen Unternehmen
ihren Führungskräften eine betriebliche Altersvorsorge.
Daneben sind Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge entscheidende
Faktoren. Ein Viertel aller Führungskräfte erhält
beispielsweise eine anteilige bis volle Kostenrückerstattung von
medizinischen Check-ups.
Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein wichtiger
Bestandteil des Vergütungspaketes: 15 Prozent der ersten und zehn
Prozent der zweiten Ebene haben eine solche Absicherung durch ihr
Unternehmen. Auch die Verbreitung von Firmenwagen bleibt auf hohem
Niveau: So fahren 60 Prozent aller Führungskräfte einen
Firmenwagen. Die Frage der Privatnutzung des Firmenwagens wird bei den
erfassten Führungskräften großzügig gehandhabt:
Privatfahrten sind auch im Ausland zu 91 Prozent unbegrenzt gestattet.
Auf der ersten Ebene wird mehr variabel vergütetAuch Verbreitung und Höhe der variablen Vergütung sind je
nach Hierarchieebene unterschiedlich. 91 Prozent der
Führungskräfte auf der ersten Ebene und 86 Prozent auf der
zweiten Ebene sind tantiemeberechtigt. Im Durschnitt erzielten Leitende
Angestellte der ersten Ebene Bonuszahlungen in Höhen von 29.000
Euro und Mitarbeiter der zweiten Ebene 16.000 Euro. Fünf Prozent
(erste Ebene) beziehungsweise sechs Prozent (zweite Ebene) der
Führungskräfte erhielten für das Jahr 2009 wegen
Nichterreichung der Ziele keine Zahlung. „Bei Leitenden
Angestellten der ersten Ebene spielt die variable Vergütung eine
wesentlich größere Rolle als auf der Ebene darunter. Das
bedeutet zum einen mehr Risiko, zum anderen aber auch die
Möglichkeit, das Salär überdurchschnittlich zu steigern.
Die seit Jahren größeren Gehaltserhöhungen für
Führungskräfte der ersten Ebene zeigen, dass diese Rechnung
aufgeht.