Letztlich kommt es darauf an, wie man mit Misserfolgen
umgeht. Wenn Misserfolge die Selbstzweifel nähren, dann stehen sie in der Tat
dem Erfolg im Weg. Wenn wir Scheitern aber als wertvolle Erfahrung verbuchen
können, wenn wir das Lernpotential dahinter erfassen, dann kann es uns sogar
den Weg zum Erfolg ebnen.
Wie können wir in Zukunft besser mit unseren Misserfolgen umgehen?
- Wir sollten uns von Kausalistik verabschieden.
Immer wenn Menschen interagieren, ist reine Kausalistik wenig hilfreich. Anders
formuliert, wir sollten lernen zirkulär zu denken, scheinbare Ursachen ebenso
als Wirkungen sehen und umgekehrt.
- Wir sollten uns weniger mit Zuständen, sondern
mehr mit Prozessen beschäftigen. Es interessiert wenig was ist, sondern mehr,
in welche Richtung es sich entwickelt. Das Studium des Quartalsberichts bringt
nichts für die Beurteilung einer Entwicklung.
- Stetiges Wachstum gibt es in komplexen Systemen
nicht. Hypes sind immer von kurzer Dauer. What goes up, must come down. Je
steiler das Wachstum, umso heftiger der Absturz. Die Dot-Com-Blase und die
Finanzkrise lassen grüßen. In vernetzten Systemen wird Wachstum wird immer
wieder von Krisen unterbrochen.
- Segeln statt rudern. Systeme sind träge.
Manchmal reagieren Sie schnell, meist jedoch mit Verzögerung. Und manchmal
wirken Eingriffe auch nachhaltig. Das macht die Steuerung so schwierig. Da gilt
es, die Nerven zu behalten und die Winde kreativ zu nutzen anstatt sich
abzustrampeln. Bei Gegenwind hilft übrigens kreuzen.
- Das Ganze im Blick behalten. Wer zu sehr auf
Details fokussiert, sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Das heißt
aber auch: im Management muss die Richtung stimmen, nicht das i-Tüpfelchen.
- Planen, aber mit dem Unmöglichen rechnen.
Veränderungsprozesse just-in-time gibt es nicht. Change Prozesse machen Dreck,
Lärm und Unordnung – und sind gut für Überraschungen. Die Notwendigkeit der
Nachregulation ist also unvermeidlich. Wer hingegen darin grundsätzlich ein
Scheitern sieht oder stur auf der Umsetzung der Planung beharrt, hat nicht
verstanden, wie Systeme funktionieren.