Ältere Mitarbeiter sind Fachleute mit langjährigen
Erfahrungen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie die „alten
Hasen“ deshalb durch folgende Motivatoren an sich binden und bei
Leistungslaune halten.
1. GleichbehandlungDie wichtigste Motivation besteht darin, den älteren Mitarbeitern
keine Sonderrolle zuzumuten. Ein auch gut gemeinter spezieller Status
als „Senior-Profi“ wird leicht als Ausgrenzung und
Diskriminierung empfunden.
2. FairnessWenn Sie über Gehaltserhöhungen zu entscheiden haben, achten
Sie auf strikte Fairness. Auch Ihre jüngeren Mitarbeiter sehen es
sehr kritisch, wenn Chefs den älteren Kollegen weniger zukommen
lassen mit dem Argument: „Der kann ja ohnehin nicht kündigen
in dem Alter.“
3. FörderungLassen Sie den älteren Mitarbeitern die gleichen Weiterbildungen
zukommen wie den Jüngeren. Vor allem bei technischen Neuerungen
ist Wissen schnell überholt. Demnach lohnt sich die Investition in
einen 58-Jährigen nicht weniger als in einen 28-Jährigen.
Bieten Sie den Älteren auch die Möglichkeit, mit den
jüngeren Kollegen gemeinsam an „Soft Skill“-Seminaren
teilzunehmen wie zum Beispiel Kommunikation, Teamtraining, Umgang mit
Reklamationen, Verkaufsgespräche und so weiter. So können sie
ihre Praxiserfahrungen aus dem eigenen Unternehmen an die Jüngeren
weitergeben.
4. SelbstständigkeitÄltere Mitarbeiter, die sich als zuverlässig und kompetent
erwiesen haben, sollten weitgehend selbstständig arbeiten. Vor
allem wenn Sie deutlich jünger sind, meiden Sie alles, was als
verletzende „Aufsicht“ erlebt werden könnte.
Ältere Mitarbeiter, die leider nicht aus sich heraus
pflichtbewusst arbeiten, müssen Sie jedoch eng führen und
konsequent kontrollieren.
5. Abrufen spezieller FähigkeitenGeben Sie den älteren Mitarbeitern die Chance, ihr Wissen und ihre
Erfahrungen weiterzugeben. Es muss jedoch nicht immer der Ältere
sein, der in Projekten oder Arbeitsgruppen die Leitung hat. Eventuell
kann ein „alter Hase“ einen jüngeren Projektleiter
coachen. Auch im Umgang mit schwierigen Kunden oder vor kniffeligen
Verhandlungen kann es klug sein, wenn ein „alter Hase“ den
jüngeren Kollegen unterstützt.
6. Balance von Beruf und FreizeitJüngere Mitarbeiter, vor allem vor der Familienphase, sind oft
gerne bereit, bis in den Abend oder sogar in die Nacht hinein zu
arbeiten. Ältere Mitarbeiter haben in der Regel auch andere
Interessen. Eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ führt
langfristig zu zufriedeneren und belastbareren Mitarbeitern. Machen Sie
deutlich, dass Sie als Vorgesetzter keine Endlosabende mit
Überstunden erwarten. Wichtig ist vielmehr, dass Mitarbeiter ihre
individuellen und Gruppenziele erreichen. Das sollte in der zur
Verfügung stehenden Zeit annähernd zu schaffen sein,
ansonsten müssen Sie gemeinsam die festgelegten Ziele
überdenken.