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PRAXIS
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So retten Sie die 4 häufigsten Kommunikationsstörungen

Grenzen zu setzen ist immer dann notwendig, wenn die Kommunikation gestört wird und auf die Beziehungsebene abzugleiten droht. Welche Störfälle kommen nun aber häufig in der Kommunikation vor? Eine Kommunikationsblockade haben wir oben schon genannt: Der Gesprächspartner greift uns vermeintlich persönlich an – mit Worten, versteht sich, doch auch diese können ganz schön hart treffen.

Störfall 1: Ihr Gesprächspartner greift Sie verbal an.
Wie können Sie darauf reagieren?
  • Lassen Sie Ihren Gesprächspartner wissen, dass er zu weit gegangen ist: „Stopp, das wird mir zu persönlich, ich würde gerne wieder zu unserem eigentlichen Thema zurückkehren“.
  • Versuchen Sie die Gründe für den Angriff herauszuarbeiten: „Hört sich an, als ob ich Ihnen zu nahe getreten bin“, „Bitte sagen Sie mir, worin Ihre Verärgerung begründet ist“, „Was können wir nun besprechen, bevor wir zu unserem gemeinsamen Thema zurückkehren können?“.

Störfall 2: Ihr Gesprächspartner setzt Sie massiv unter Druck.
„Entweder machen wir es so oder wir kommen auf keinen Fall zusammen.“. Wie können Sie darauf reagieren?
  • Erkundigen Sie sich nach den Gründen für sein Verhalten: „Ich bin überrascht über Ihr forsches Auftreten und habe Ihre Gründe noch nicht wirklich verstanden“.
  • Spiegeln Sie das Verhalten: „Ich habe den Eindruck, Sie wollen sich gar nicht wirklich mit uns besprechen. Sie möchten doch einfach nur, dass wir Ihre Meinung übernehmen!“.
  • Oder: „Was können wir tun, um doch noch zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen?“.
  • Eine Alternative ist, nonverbal zu reagieren: Packen Sie Ihre Unterlagen zusammen und bewegen Sie sich zur Tür. Meist wird Ihr Gesprächspartner darauf reagieren.

Störfall 3: Ihr Gesprächspartner schreit Sie massiv an.
Ganz klar: Das brauchen Sie sich nicht gefallen zu lassen. Signalisieren Sie dies dann auch ganz deutlich. Auf Beleidigungen nicht zu reagieren und sich stattdessen zurückzuziehen, ist eine Schwäche Ihrerseits. Wie können Sie darauf reagieren?
  • Stellen Sie sich klar der Situation: „Entschuldigung, auf dieser Ebene möchte ich nicht mit Ihnen reden. Wir machen eine Pause, vertagen die Situation und treffen uns dann wieder“.
  • Oder: „Sie sagen mir, was Sie so verärgert, dann können wir nochmals in Ruhe über dieses Thema reden“.

Störfall 4: Ihr Gesprächspartner nimmt Ihre Argumente nicht auf, sondern wiederholt ständig seine eigenen Argumente und Begründungen.
Wie können Sie darauf reagieren?
  • Betonen Sie, dass Sie eine Erklärung über diese Vorgehensweise erwarten: „Ich habe nun Ihre Position gehört und verstanden, ich möchte Sie bitten, auf meine Argumente einzugehen“.
  • Oder: „Was stört Sie so an meinen Argumenten, dass Sie gar nicht darauf eingehen?“.
  • Oder ganz klar: „Ein Gespräch, das sich nur um Ihre Argumentationsposition dreht, ist nicht weiter zielführend. Ich würde gerne an dieser Stelle das Gespräch abbrechen“.
Je vermeintlich sachbezogener ein Gespräch wird, desto wichtiger ist es, dass Sie Ihren inneren Beobachter einschalten und die verschiedenen Ebenen der Kommunikation im Hinterkopf behalten. Dann können Sie mit plötzlich auftretenden Störfällen souveräner umgehen. Trauen Sie sich!

Autorinnen
Christine Lehner
http://www.chlehner.de
Sabine Weihe
http://www.weihe-training.de


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