Grenzen zu setzen ist immer dann notwendig, wenn die Kommunikation
gestört wird und auf die Beziehungsebene abzugleiten droht. Welche
Störfälle kommen nun aber häufig in der Kommunikation
vor? Eine Kommunikationsblockade haben wir oben schon genannt: Der
Gesprächspartner greift uns vermeintlich persönlich an
– mit Worten, versteht sich, doch auch diese können ganz
schön hart treffen.
Störfall 1:
Ihr Gesprächspartner greift Sie verbal an. Wie können Sie darauf reagieren?
- Lassen Sie Ihren Gesprächspartner wissen, dass er zu weit
gegangen ist: „Stopp, das wird mir zu persönlich, ich würde
gerne wieder zu unserem eigentlichen Thema zurückkehren“.
- Versuchen
Sie die Gründe für den Angriff herauszuarbeiten: „Hört
sich an, als ob ich Ihnen zu nahe getreten bin“, „Bitte
sagen Sie mir, worin Ihre Verärgerung begründet ist“,
„Was können wir nun besprechen, bevor wir zu unserem
gemeinsamen Thema zurückkehren können?“.
Störfall 2:
Ihr Gesprächspartner setzt Sie massiv unter Druck. „Entweder machen wir es so oder wir kommen auf keinen Fall zusammen.“. Wie können Sie darauf reagieren?
- Erkundigen Sie sich nach den Gründen für sein Verhalten:
„Ich bin überrascht über Ihr forsches Auftreten und habe Ihre
Gründe noch nicht wirklich verstanden“.
- Spiegeln Sie
das Verhalten: „Ich habe den Eindruck, Sie wollen sich gar nicht
wirklich mit uns besprechen. Sie möchten doch einfach nur, dass
wir Ihre Meinung übernehmen!“.
- Oder: „Was können wir tun, um doch noch zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen?“.
- Eine
Alternative ist, nonverbal zu reagieren: Packen Sie Ihre Unterlagen
zusammen und bewegen Sie sich zur Tür. Meist wird Ihr
Gesprächspartner darauf reagieren.
Störfall 3:
Ihr Gesprächspartner schreit Sie massiv an. Ganz klar: Das brauchen Sie sich nicht gefallen zu lassen.
Signalisieren Sie dies dann auch ganz deutlich. Auf Beleidigungen nicht
zu reagieren und sich stattdessen zurückzuziehen, ist eine
Schwäche Ihrerseits. Wie können Sie darauf reagieren?
- Stellen Sie sich klar der Situation: „Entschuldigung, auf
dieser Ebene möchte ich nicht mit Ihnen reden. Wir machen eine
Pause, vertagen die Situation und treffen uns dann wieder“.
- Oder: „Sie sagen mir, was Sie so verärgert, dann können wir nochmals in Ruhe über dieses Thema reden“.
Störfall 4:
Ihr Gesprächspartner nimmt Ihre Argumente nicht auf, sondern
wiederholt ständig seine eigenen Argumente und Begründungen. Wie können Sie darauf reagieren?
- Betonen Sie, dass Sie eine Erklärung über diese
Vorgehensweise erwarten: „Ich habe nun Ihre Position gehört
und verstanden, ich möchte Sie bitten, auf meine Argumente
einzugehen“.
- Oder: „Was stört Sie so an meinen Argumenten, dass Sie gar nicht darauf eingehen?“.
- Oder
ganz klar: „Ein Gespräch, das sich nur um Ihre
Argumentationsposition dreht, ist nicht weiter zielführend. Ich würde
gerne an dieser Stelle das Gespräch abbrechen“.
Je
vermeintlich sachbezogener ein Gespräch wird, desto wichtiger ist
es, dass Sie Ihren inneren Beobachter einschalten und die verschiedenen
Ebenen der Kommunikation im Hinterkopf behalten. Dann können Sie
mit plötzlich auftretenden Störfällen souveräner
umgehen. Trauen Sie sich!