Rund drei Viertel aller Arbeitnehmer wünschen sich, dass ihre
Vorgesetzten Gesundheit am Arbeitsplatz fördern. Kursangebote und
eine gesunde Arbeitsplatzgestaltung stehen dabei ganz oben auf der
Liste. Die Realität sieht jedoch anders aus: Derzeit profitiert
nur rund ein Drittel der Befragten von solchen Angeboten. Das sind die
Ergebnisse einer aktuellen DAK-Umfrage.* „Insbesondere sind
Maßnahmen zum Abbau von Stress gefragt“, sagt Frank
Meiners, Diplom-Psychologe bei der DAK.
Stress macht krankFast die Hälfte der Deutschen leidet unter hohen psychischen
Belastungen im Beruf. Dauerstress durch den überbuchten
Terminkalender, Konkurrenz- und Zeitdruck spielen dabei eine
große Rolle. Das hat auch gesundheitliche Folgen:
„Regelmäßiger Stress bei der Arbeit ist der
häufigste Auslöser für Rückenschmerzen“,
warnt Frank Meiners. Rückenschmerzen wiederum gehören zu den
häufigsten Ursachen für Krankschreibungen. Stressabbau sollte
deshalb ein gemeinsames Thema von Arbeitgebern und Angestellten sein.
Was hilft gegen Stress?Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen auch: Je größer ein
Betrieb ist, desto häufiger investieren die Verantwortlichen in
Angebote zur Gesundheitsförderung. Doch auch kleinere Unternehmen
können den Wünschen nach einem gesunden Arbeitsplatz
nachkommen, wenn sie zum Beispiel für eine gute
Arbeitsatmosphäre sorgen: „Ein ausgewogener
Führungsstil, gut organisierte Teamarbeit und flexible
Arbeitszeiten helfen, Stress abzubauen“, so DAK-Experte Meiners.
Zudem haben Mitarbeiter in jedem Unternehmen die Möglichkeit,
Kurse zur Gesundheitsförderung auch extern zu besuchen. Seit 2009
fördert dies sogar der Gesetzgeber – pro Mitarbeiter und
Jahr können Unternehmer hier 500 Euro steuerlich geltend machen.
Was jeder selbst tun kannOb in einem großen Unternehmen oder im kleinen Betrieb: Die
Verantwortung für die eigene Gesundheit liegt zunächst bei
jedem Einzelnen selbst. Wer Stress abbauen will, muss beim eigenen
Verhalten ansetzen. Frank Meiners, DAK-Experte, nennt dafür drei
wichtige Strategien: den eigenen Stress genauer analysieren, als
Ausgleich viel bewegen und ein Entspannungstraining wie Yoga oder
Autogenes Training erlernen und regelmäßig praktizieren.
Aber auch, wenn es um Verbesserungen im Unternehmen geht, sollten
Mitarbeiter aktiv werden. „Von einem gesunden Unternehmen
profitieren alle. Angestellte sollten ihre Wünsche in Sachen
gesunder Arbeitsplatz mit ihrem Chef besprechen – nicht nur zur
Weihnachtszeit“, sagt Frank Meiners.