Beim Einkauf von Marketingdienstleistungen hat sich eine
kluge Kombination von Preis- und Mengenhebeln bewährt, um die gewünschten
Ergebnisverbesserungen zu erzielen. Ihre Wirkungen seien nachfolgend am
Beispiel der Beschaffung von zwei Marketingdienstleistungen – und zwar
Printprodukten (wie zum Beispiel Broschüren und Flyer) und Events –
illustriert.
Strategie 1: Volumenkonzentration Eine wirksame Strategie ist die Volumenkonzentration. Sie
beginnt mit dem Aufbau eines unternehmensweit gültigen Lieferantenpools. Wird
die Lieferantenzahl reduziert und werden die Bedarfe gebündelt, dann erhöht
sich die Verhandlungsmacht der Einkäufer. Zudem sind zusätzliche Einsparungen
durch das Vereinbaren von Kick-backs (Volumenrabatte) möglich.
Strategie 2: Preis-Benchmarking Oft kaufen mehrere Abteilungen eines Unternehmens die
gleichen oder ähnliche Marketingdienstleistungen und -produkte ein – zu unterschiedlichen
Preisen. Mit regelmäßig durchgeführten internen Preisvergleichen können
Unternehmen schnelle Erfolge, so genannte „Quickwins“, realisieren. Weitere
Einsparmöglichkeiten eröffnen externe Preisvergleiche über Ausschreibungen.
Strategie 3: Spezifikationsoptimierung Bei der Spezifikationsoptimierung werden
Bedarfspezifikationen akribisch überprüft und überarbeitet. So lässt sich zum
Beispiel im Printbereich die Variantenvielfalt der Formate wie Papiersorten
oder Grammaturen reduzieren. Ebenfalls hilfreich ist das Erstellen von
Leistungsverzeichnissen für wiederkehrende, gut spezifizierbare Bedarfe. Sie
weisen Kreativleistungen wie das Gestalten einer Broschüre genauso aus wie
nicht-kreative Leistungen – beispielsweise die elektronische Bildbearbeitung
bei Druckvorstufenleistungen.
Hat ein Unternehmen seine Spezifikationen optimiert, kann es
die Bedarfe effizienter bündeln und besser vergleichen.
Mit der Einführung von Leistungsverzeichnissen – unterteilt
in kreative, umsetzungsbezogene und Projektmanagement-Dienstleistungen – können
Kostenstrukturen im Eventbereich transparenter gestaltet werden.
Strategie 4: Optimierung der Gesamtbeschaffungskette Weitere Einsparungen lassen sich durch eine
Prozessoptimierungen auf IT-Basis erzielen. Dazu gehört zum Beispiel der
Einsatz spezieller Tools, um Kleinaufträge zu bündeln. Hilfreich kann es auch
sein, die Preisstrukturen von Vorlieferanten einzubeziehen. So können
Unternehmen durch das Einrichten einer Bestellplattform zum Beispiel ihre
Bestellungen im Bereich der „Akzidenzien“ wie Visitenkarten und Briefpapier
bündeln. Dadurch entstehen aus auf den ersten Blick unattraktiv erscheinenden
Kleinaufträgen größere, attraktive Pakete, für die günstigere Einkaufspreise
ausgehandelt werden können. Kauft das Unternehmen zudem, wie der bereits
erwähnte Konsumgüterhersteller, das Papier fortan direkt ab Werk und stellt es
seiner Druckerei zur Verfügung, kann es weitere Einsparungen erzielen.
Strategie 5: Mengenhebel Kann ein Unternehmen seine Bestellmengen sinnvoll
reduzieren, sollte es diese Möglichkeit nutzen. Denn auch dieser Hebel kann zu
signifikanten Einsparungen führen. Im Printbereich besteht zum Beispiel die
Möglichkeit, die Bestellmengen der Druckstücke zu überprüfen. Zumindest bei
einem Teil von ihnen lassen sich in der Regel die Mengen reduzieren und so
weitere Einsparungen erzielen.
Im Eventbereich kann eine Mengenreduktion durch eine
Fokussierung und Priorisierung der Veranstaltungen erreicht werden. Dabei
sollte man speziell den Kleinveranstaltungen ein Augenmerk schenken, da gerade
diese, scheinbar wenig relevanten Veranstaltungen oft zu einem Wildwuchs bei
den Events führen. Die Fokussierung sollte bereits beim Erstellen der
Budgetpläne berücksichtigt werden.
Autor Dr. Bernhard H. Höveler
Beratungsgesellschaft Höveler + Nold Consulting GmbH, Düsseldorf
http://www.hnc-network.com