Verkäufer müssen über ihre Produkte oder
Dienstleistungen Bescheid wissen. Wer sie nicht kennt, kann einpacken. Aber das
heißt noch lange nicht, dass Verkäufer ihren Kunden jedes Detail erklären
müssen, um die eigene Kompetenz zu beweisen und um umfassende Aufklärung zu
betreiben. Denn der Informations(über)schuss kann nach hinten losgehen.
1.
Gespräche nicht zur Einbahnstraße werden lassen Viele Verkäufer meinen es gut, wenn sie
ausführlich die Vorteile ihrer Produkte darlegen und Neuheiten oder
Verbesserungen im Detail erklären. Im Überschwang ihrer Gefühle und der inneren
Sicherheit, mit ihrem Produkt der Konkurrenz überlegen zu sein, informieren sie
ihre Kunden – oft unter Verwendung des Fachvokabulars – über jeden technischen
Vorteil. Und sie bemerken dabei gar nicht mehr, dass sie in endlose Monologe
verfallen, sich in dem Moment eine Distanz zwischen ihnen und ihren Kunden
aufbaut. Die Kommunikation wird zur Einbahnstraße. Die Gefühlswelten der
Geschäftspartner driften wie Eisschollen auseinander, oft ohne dass der
Verkäufer dies bewusst wahrnimmt. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.
2.
Zu viele Informationen verunsichern Wenn Verkäufer informieren, statt zu
führen, birgt das weitere Gefahren. Viele Kunden sind genervt, wenn sie
„zugetextet“ werden. Manche Kunden schaffen eine Brücke, indem sie dem
Verkäufer eine Rückmeldung geben. Darauf sollte dieser natürlich reagieren. Gute
Verkäufer jedoch bauen selbst Brücken und lassen es erst gar nicht soweit
kommen. Einige Verkäufer bedienen sich in ihren Ausführungen auch noch
spezifischer Fachausdrücke. Sie glauben, dass sie dadurch kompetent wirken nach
dem Motto: „Der weiß, wovon er spricht!“ Doch wenn der Kunde die (oft
technischen) Ausführungen nicht nachvollziehen kann oder nicht versteht,
schleicht sich bei ihm ein Gefühl ein, nicht mithalten zu können, selbst nicht
kompetent genug zu sein. Das negative Gefühl, ein ahnungsloser Laie zu sein,
motiviert nicht zum Kauf. Im Gegenteil: Es verunsichert die meisten Kunden nur
unnötig.
3.
Überfluss an Infos führt zur AufnahmeverweigerungWenn zu viele Informationen auf einen Kunden einströmen, kann er nur
einen Bruchteil davon aufnehmen. Wenn es ihm zuviel wird, schaltet er ganz ab.
Ein Fahrradverkäufer kann seinen Kunden jedes neue Schräubchen und Material
erklären, er kann ihnen die moderne Kraftübersetzung, das genaue Gewicht aufs
Gramm aufzählen, er läuft aber Gefahr, dass er den Kunden verliert. Der Kunde
will nicht jedes Schräubchen am Fahrrad kennen, sondern möchte den Vorteil
erfahren, den er durch den Kauf hat. Zum Beispiel interessiert ihn, dass der
Drahtesel äußerst robust ist und trotzdem superleicht und daher auch von
älteren Fahrern noch mühelos ins Treppenhaus gehoben werden kann. Oder dass das
Rad für Geländefahrten geeignet ist...
4.
Die Zeit bleibt nicht stehen Informationen an den Mann bringen kostet
Zeit. Der Zeitfaktor spielt aber eine große Rolle in Verkaufsgesprächen. Der
Kunde hat (oder nimmt sich) nicht immer die Zeit für ausführliche Informationen.
Oft sind Gespräche von vorneherein zeitlich begrenzt, denken Sie an Messen und
Ausstellungen. Die Terminkalender von Managern sind prall mit Gesprächsterminen
gefüllt, die vom 10-Minuten-Takt bis zur halben Stunde gehen. Wer sich da mit
zu vielen Informationen aufhält, statt das Wesentliche in aller Kürze zu
schildern, hetzt umsonst von Termin zu Termin. Zeit ist Geld. Auch die Zeit des
Verkäufers ist Geld. Wer in Gesprächen also gezielt führen kann, spart Zeit und
kann so vielleicht den einen oder anderen Kunden mehr besuchen.
5.
Reflexion des eigenen Verhaltens hilftUm zum Wesentlichen kommen zu können, muss
man es erst erkennen. Viele Verkäufer stecken zu tief in ihrer
Materie und bei
fachlichen Fortbildungen lernen sie überwiegend die neuen
Produkteigenschaften. Zu kurz kommt die Kommunikation mit dem Kunden.
Es
lohnt sich, das eigene Verhalten zu reflektieren, den Tag Revue
passieren zu
lassen im Hinblick darauf, ob Sie Gespräche einseitig geführt
haben oder
miteinander. Haben Sie Gespräche so (mit Fragen) geleitet, dass
Sie schnell
erfassen konnten, auf was es Ihrem Gegenüber ankam? Wenn Sie sich
nicht sicher
sind: Führen Sie ein Gespräch mit einem Freund oder
Familienmitglied oder vor
dem Spiegel. Das gibt eine erste Orientierung. Wer in Gesprächen
nicht führen
kann, sondern sich in Details verliert, kämpft auf verlorenem
Posten.
AutorMarc M. Galal6
95606 Marktredwitz
Tel.: 09231/96370
Fax: 09231/63645
info@mm-pr.de www.mm-pr.de