Die
Motivation vieler Beschäftigter ist laut einer Studie der
"Deutschen
Gesellschaft für Supervision" (Psychosoziale
Kosten turbulenter Veränderungen. Arbeit und Leben in
Organisationen 2008) an einem Tiefpunkt
angelangt. Durch die Rationalisierungen und damit steigende
Arbeitsbelastung schwinden Kollegialität
und Solidarität. Junge Beschäftigte werden von den
älteren nur
unzureichend eingearbeitet, vor allem aus Angst vor Verlust des eigenen
Status.
Die jungen Mitarbeiter „rächen“ sich: Sie versuchen,
sich zu profilieren, indem
sie Traditionsbestände entwerten. Vertrauen
geht in Misstrauen über, die Leistung der Beschäftigten
sinkt. Aus Teams werden Einzelkämpfer. Diese haben, bei einem
zerfallenden Team drei Möglichkeiten, zu reagieren:
- Flucht:
Der Mitarbeiter flüchtet sich in seine eigene Welt, er geht
Auseinandersetzungen mit Chefs und Kollegen aus dem Weg und macht unauffällig „Dienst
nach Vorschrift“. Der Rückzug ins
eigene Schneckenhaus trägt Züge einer Kapitulation.
- Starre:
Der Mitarbeiter fühlt sich überfordert, weil ihn der Wandel überfrachtet. Er verfällt
in Angststarre. Er kann nicht mehr auf andere zugehen, die Angst lähmt seine
Leistungsfähigkeit. Die Lähmung kann in Verzweiflung übergehen.
- Angriff:
Der Mitarbeiter nimmt den Zerfall der Gruppe und die steigenden
Leistungsanforderungen persönlich. Er fühlt sich übervorteilt und reagiert
aggressiv auf die anderen Kollegen. Die zunächst offenen Attacken können sich,
wenn sie nichts bewirken, in Mobbing verwandeln.
Die
drei Typen unterscheiden sich zwar in der Reaktion, haben aber eines gemeinsam:
Sie erhoffen sich mehr "Rück-Halt" von verantwortlichen Führungskräften. Da lohnt
es sich auch für Führungskräfte, den Teamgedanken einmal aktiv durchzuspielen: „Wie verhalte ich mich? Wie
verhalten sich die anderen?“ Ein Unternehmer kann z. B. keine gute Zusammenarbeit
im Team verlangen, wenn er selbst nicht als Vorbild wirkt. Es ist hilfreich, sich
öfter einmal zu fragen: "Bin ich ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer? Was
zahlt sich langfristig aus?"
AutorTheo Bergauer
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