Quelle: SPIE | Mit viel Vertrauen in das Potential anderer und dem Mut, auch mal ungewöhnliche Wege zu beschreiten, hat Dr. h.c. Lothar Späth der Photonikbranche in Jena neues Leben eingehaucht. Für seine Schlüsselrolle in der Erfolgsgeschichte der thüringischen Stadt hat die Society of Photographic Instrumentation Engineers (SPIE) Europe ihn im Rahmen der LASER World of PHOTONICS 2009 mit dem SPIE Visionary Award ausgezeichnet. Seit der ersten Verleihung im Jahr 2005 ist Lothar Späth erst der dritte Preisträger. Eine bedeutende Auszeichnung, zumal der Preis nicht regelmäßig verliehen wird, sondern nur, wenn es einen geeigneten Kandidaten gibt. Frühere Preisträger sind Richard Smalley (2005) und Tereo Hiruma (2006). Hochrangige Vertreter von SPIE und Jenoptik ließen in ihren Laudationes die Errungenschaften des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Revue passieren. |
Als Lothar Späth 1991 die Geschäftsführung von Jenoptik übernahm, tat er einen Schritt in eine ungewisse Zukunft. Nicht nur, dass der Politiker lernen musste, Unternehmer zu sein, wie er selbst anmerkte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands fanden sich für die Produkte der Jenaer Traditionsunternehmen in der Optikbranche, wie Jenoptik, Zeiss und Schott, kaum mehr Abnehmer. 34.000 Menschen verloren damals ihre Arbeit, wie Michael Mertin, Vorstandsvorsitzender von Jenoptik, sich erinnerte. Doch Späth erkannte das Potenzial des Standorts. „Er hat die Optikindustrie in Jena neu erfunden“, dankte Mertin im Namen der Belegschaft und der Stadt.
Mit der Gründung des Fraunhofer Instituts IWS in Jena wurde als Erstes in die Forschung investiert. Getreu dem Credo „Let’s do it, not talk about it“ hat Späth in kurzer Zeit viel verändert, resümierte Hans Tiziani, Prof. Emeritus der Universität Stuttgart. So hebt sich Jena heute positiv von anderen ostdeutschen Städten ab. Die Stadt als Universitäts- sowie Industriestandort wächst. Laut Mertin belegt Jena mittlerweile Platz zwei unter den deutschen Regionen, in denen Wissenschaftler gerne arbeiten würden. Auch auf der LASER World of PHOTONICS spiegelt sich die Bedeutung der Region für die Photonikindustrie wider. Sie ist durch diverse Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf der Weltleitmesse gut vertreten.
Der Visionary Award sei eine ganz besondere Auszeichnung für ihn, freute sich Späth, als ihm Prof. Maria Yzuel, Präsidentin von SPIE, den Preis überreichte. Sie zeige nämlich, dass auch Politiker auch ffähig seien, ein Unternehmen zu führen, begründete er dies unter Anspielung auf seine politischen Wurzeln. Zudem mahnte er: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die für die Wissenschaft offen ist, auch offen für ihre Risiken“.
Die Preisverleihung bildete auch den Rahmen für die Verleihung eines von mehreren Stipendien, die SPIE vergibt. Timothy Renkoski erhielt ein Stipendium über 2.000 US-Dolllar für Studium und Forschung. Er arbeitet an der Universität von Arizona an seiner Doktorarbeit im Bereich der biomedizinischen Optik. Ralph James, der designierte Präsident von SPIE, der die Veranstaltung moderierte, übergab das Stipendium.




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