![]() | Wie vielfältig Laser heutzutage Anwendung finden, zeigen der World of Photonics Congress und die Messe LASER World of PHOTONICS in München. Dazu gehört das Schneiden von Metallen ebenso wie das vorsichtige Abtragen von Hautpartikeln. Letzteres zeigte die Sonderausstellung zum Thema „Medical Laser Applications“. An den ersten zwei Tagen begleitete sie den World of Photonics Congress, bei dem sich eine der Konferenzen um Biomedial Optics drehte. |
Verschiedene Hersteller stellten in der Ausstellung ihre Produkte vor und klärten darüber auf, in welchen Bereichen Laser erfolgreich in Medizin und Kosmetik eingesetzt werden. So hat Mauna Kea Technologies ein Endoskopieinstrument entwickelt, welches das untersuchte Gewebe 1000fach vergrößert. Am Bildschirm erscheinen die Zellen dann so groß wie unter einem Mikroskop mit entsprechender Vergrößerung. Sogar einzelne Blutkörper im Gefäßsystem sind dadurch zu erkennen. Dies ermöglicht eine optische Biopsie, bei der die Entnahme von Gewebe nicht erforderlich ist. Am Bildschirm kann der Arzt somit erkennen, ob Zellen gut- oder bösartig sind. Die Diagnose kann sofort erfolgen ohne Wartezeit auf Laborergebnisse.
StarMedTec GmbH stellte Verfahren vor, bei denen Holmiumlaser unter anderem bei der Behandlung von Akne gute Ergebnisse erzielen. Bei Wellenlängen zwischen 200 und 500 µm wirkt die Strahlung auf die Haut ein. Je nach Wellenlänge variiert die Wirkung, da verschiedene Gewebearten auf unterschiedliche Lichtfarben ansprechen. Und je nach eingestellter Wellenlänge können entweder Entzündungsherde ausgelöscht oder Altersflecken verblasst werden.
Auch in der Therapie von Tumoren verwenden Ärzte Laser. Durch die Wärmeeinwirkung denaturieren sie Eiweiße im Tumor, der Tumor kocht praktisch wie ein Ei und wird dadurch unschädlich gemacht, erklärte Michael Meier, der an der Ludwig-Maximilian-Universität München in der Laserforschung arbeitet.
In vielen Fällen ist die Laserbehandlung zudem schonender für den Patienten als ein herkömmlicher Eingriff. Die QuadroStar-Produkte von Asclepion Laser Technologies ermöglichen unter anderem die Verödung von Krampfadern. Das ersetzt das Herausziehen, welches oft unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt. Beim Schneiden von Gewebe bieten Laser gegenüber Skalpellen mehrere Vorteile. Der Laser verödet das Gewebe entlang des Schnitts, sodass der Blutverlust deutlich geringer ist. Die Wundheilung geht daher schneller von statten.
In mehreren Hands-On-Kabinen konnten Fachbesucher selbst Hand anlegen. Die Firma Karl Storz hatte zum Beispiel ein Modell im Gepäck, an dem Ärzte mit Laserinstrumenten zur Behandlung von Blasen- und Nierensteinen üben. Durch ein Endoskop wird ein Holmiumlaser in Blase oder Niere eingeführt. Mit unterschiedlich starken Laserstrahlen werden die Steine dann zerkleinert. Der Umgang mit dieser Technologie erfordert allerdings viel Geschick, sagte Peter Solleder von Karl Stolz. Bei zu wenig Fingerspitzengefühl oder einer zu hohen Wellenlänge könnte gesundes Gewebe geschädigt werden. In Workshops werden Mediziner daher an Modellen trainiert, bevor sie diese Methode am Patienten anwenden.
Während die Lasertechnologie bereits eine Vielzahl von Therapien vereinfacht, erschließt man weitere Einsatzmöglichkeiten und feilt an den Feinheiten. Für Forscher und Anwender sind Messe und Kongress wichtige Plattformen, auf denen sie sich über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Industrie austauschen und die Zukunft von Lasern in der Medizin weiter ausgestalten.







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