|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
PRODUKTINNOVATION
-
Faseroptische Sensorsysteme
|
Licht und Stimmgabel - Optische Sensoren für die Früherkennung von Schadstoffen und Krankheiten |
Am 22. April 2009 eröffnet das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut
Berlin in Kooperation mit der Technischen Universität Clausthal
auf dem Energie-Campus in Goslar die Abteilung "Faseroptische
Sensorsysteme". Die neue Gruppe entwickelt Sensoren und Sensorsysteme,
die auf der Basis von durch Licht erzeugte Resonanzen und des Einsatzes
von Mikro-Stimmgabeln Gaskonzentrationen unter Echtzeitbedingungen
messen. Einsatz findet dieses neue Verfahren in
Überwachungsprozessen der Energie-, Sicherheits- und
Medizintechnik. Die neue Abteilung ergänzt die Arbeiten des
Heinrich-Hertz-Instituts auf dem Gebiet der Photonischen Netze, Systeme
und Komponenten. Die Kooperation wird für fünf Jahre vom
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur
durch eine Anschubfinanzierung unterstützt.
Nahezu jede gasförmige Substanz lässt sich durch
Lichtwellenlängen selektiv in Rotations- oder
Schwingungszustände anregen. Durch die gezielte Energiezufuhr des
Lichts "erwärmt" sich das Gas lokal, es dehnt sich aus und erzeugt
eine Druckwelle, die mit Hilfe der in Glasfasern integrierten
Mikro-Stimmgabeln ermittelt wird.
Mit neuen Methoden der Lasermaterialbearbeitung lassen sich derartige
Stimmgabeln in nahezu beliebigen optischen Materialien fertigen und in
optische Fasern - wie Glasfasern - integrieren. Diese Faseroptische
Sensoren lassen sich dann mit Laserlicht anregen. Dabei nehmen die
optisch-integrierten stimmgabelähnlichen Komponenten die mit
Laserlicht erzeugten Resonanzen aus ihrer Umgebung auf. Diese "photo-akustische Spektroskopie" eignet sich hervorragend zur
selektiven und hochempfindlichen Bestimmung von Gaskonzentrationen.
Durch die Vernetzung vieler Mikro-Sensoren entstehen faseroptische
Sensornetzwerke, die in einer komplexen Umgebung selektiv
unterschiedliche Stoffe messen und zur aktiven Prozesssteuerung
eingesetzt werden können.
In der Energietechnik, zum Beispiel bei der Überwachung von
Windkraftanlagen, lassen sich über faseroptische Sensoren
punktgenau schadhafte Stellen in Energiekabeln ermitteln. Ebenso
lässt sich der Brennwert fossiler Brennstoffe bestimmen - für
die Einspeisung von Biogas in Gasversorgungssysteme von großer
Bedeutung. Optische Sensoren ermöglichen es, giftige oder explosive Stoffe
einfach und frühzeitig nachzuweisen, zum Beispiel in
Sicherheitssystemen bei Zugangskontrollen oder bei der
Brandfrüherkennung. Austretende Gase, zum Beispiel von
Explosivstoffen, werden dabei schnell und eindeutig identifiziert.
In der Medizin können Krankheiten wie TBC oder Krebs mit
faseroptischen Sensoren erkannt werden. Auch hier werden die
Resonanz-Eigenschaften der Stoffe genutzt, mit Licht stimuliert und mit
optischen Sensoren ausgelesen.
Im Vergleich zu elektrisch stimulierten Sensoren bieten die optischen
Sensoren eine Aufnahmegenauigkeit, die exakt auf die Wellenlänge
des jeweiligen Gases abgestimmt ist. Faseroptische Sensoren bieten darüber hinaus die Möglichkeit des Einsatzes in
explosionsgefährdeten Umgebungen, da nur optische Signale
verarbeitet werden. Faseroptische Sensorssysteme lassen sich
hervorragend mit modernen optischen Kommunikationstechnologien
verknüpfen und bieten so die Möglichkeit, eine völlig
neue Generation von Sensoren verschiedensten industriellen Anwendern
bereitzustellen.
|
 |
 |
| NEUES VON MESSEN UND CONGRESS |
|
 |
 |
|
|
 |
|