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PRODUKTINNOVATION
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Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
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Hohe Qualität für Solar- und Windkraftanlagen |
Solar- und Windenergie sind gefragt: Mehr als 24 000 Windräder und
etwa eine halbe Million Photovoltaik-Anlagen sind allein in Deutschland
installiert – Tendenz steigend. Damit die Anlagen auch
zuverlässig und wirtschaftlich arbeiten, entwickeln
Fraunhofer-Forscher neue Technologien zur Qualitätssicherung.
Inline-Mikrorissprüfung an Solarzellen Die Sonne ist ein unerschöpflicher Energielieferant. Doch Strom
aus der Sonne lässt sich nur dann zuverlässig und nachhaltig
produzieren, wenn die Photovoltaikanlagen einwandfrei arbeiten und
langlebig sind. Bei der Herstellung von Solarzellen können sich
Risse im Silizium-Material bilden. Das beeinträchtigt die Funktion
und Haltbarkeit der Zellen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für
Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart untersuchen
Solarzellen mit Hilfe der Wärmefluss-Thermographie auf solche
Defekte.
Der große Vorteil des Verfahrens: Das neue Prüfsystem
lässt sich direkt in Fördermodule von Fertigungsanlagen
integrieren. Die Oberfläche der Solarzellen wird dabei nur kurz
lokal erwärmt. Eine Infrorot-Kamera nimmt auf wie sich die
Wärme verteilt. Fehler wie etwa Risse beeinträchtigen die
Ausbreitung. Die Daten werden automatisch ausgewertet. So lassen sich
fehlerhafte Zellen leicht erkennen und aussortierten. Mit den neu
entwickelten Verfahren können neben großen Defekten auch
feine Risse mit einer Breite von bis zu 20 µm in der
Siliziumschicht detektiert werden – und das bei einer
Produktionsgeschwindigkeit von 10 Metern pro Minute. »Die
thermographischen Messungen verlängern nicht die
Fertigungszeit«, betont Simina Fulga vom IPA.
Prozessintegrierte Messtechnik für die Photovoltaik Besonders hohe Wirkungsgrade erreichen
Konzentrator-Photovoltaik-Systeme. Sie bündeln das Sonnenlicht und
fokussieren es mit Hilfe von Linsen auf winzig kleine Solarzellen. Das
erhöht die Energieausbeute. Damit die Konzentrator-Zellen
möglichst effektiv arbeiten, müssen die Fresnel-Linsen jedoch
so positioniert werden, dass sie das gebündelte Licht ins Zentrum
der nur wenige Quadratmillimeter kleinen Chips lenken. Forscher des
Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM
unterstützen hier die Firma Concentrix Solar, einen Hersteller von
Konzentrator-Photovoltaik-Systemen, bei messtechnischen
Aufgabenstellungen.
Mit Windkraft voraus Sturm, Regen, Gewichts-, Flieh- und Trägheitskräfte –
Rotorblätter sind die am stärksten beanspruchten Bauteile
einer Windenergieanlage. Deshalb müssen die hauptsächlich aus
glasfaserverstärktem Kunststoff (GKF) hergestellten
Rotorblätter höchsten Qualitätsansprüchen
genügen. »Schon kleine Fehler und
Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung können dazu
führen, dass sich Lufteinschlüsse, Fehlverklebungen oder
andere Defekte bilden«, erklärt Dr. Hiltrud Brocke vom
Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut
WKI in Braunschweig. Solche Fehler im Material sind gefährlich.
Sie können – wenn das Rotorblatt Belastungen ausgesetzt ist
– zu mechanischen Spannungen führen, zum Aufreißen des
Laminats und unter Umständen zum Bruch.
Mit der Infrarot-Thermographie machen Forscher des WKI Fehler in
Rotorblättern sichtbar. Die Oberfläche wird kurz mit einem
Infrarotstrahler erwärmt, anschließend kann man mit einer
Spezialkamera verfolgen, wie sich die Wärmefront im Material
ausbreitet. Stößt die Front beispielweise auf
Lufteinschlüsse oder Delaminationen, wird sie gestaut, weil sich
Wärme in Luft schlechter ausbreitet als in festem Laminat. So
werden alle Einschlüsse sichtbar, die eine andere
Wärmeleitfähigkeit haben als GFK: etwa Luft, Metall oder
Wasser. Die Thermographie lässt sich nicht nur in der Fertigung,
sondern auch bei der Wartung nutzen. Derzeit arbeiten die
Wissenschaftler daran, verschiedene Prüfverfahren wie
Thermographie, Ultraschall und hochauflösende Kameras zu
kombinieren, um eine zuverlässige und ganzheitliche Analyse des
Blattzustandes zu ermöglichen.
Das Thema »Qualitätssicherung bei Anlagen zur Gewinnung
regenerativer Energien« ist ein Schwerpunkt der
Fraunhofer-Allianz Vision auf der Messe Control. Auf dem
Gemeinschaftstand in Halle 1, Stand 1502 präsentieren die
Forscherinnen und Forscher weiterhin eine Auswahl neuer
Bildverarbeitungs- und Vermessungssysteme für die
Qualitätssicherung in der Produktion.
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| NEUES VON MESSEN UND CONGRESS |
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