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GESETZ
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SPECTARIS sieht weitere Hürde für eine Ausnahmeregel zur Verwendung von Blei im Glas genommen |
Im Rahmen der Neugestaltung der europäischen Umweltrichtlinie RoHS
hat der Erhalt einer Ausnahmeregel zur Verwendung von Blei und Cadmium
in optischem Glas und Filterglas eine weitere Hürde genommen. Dies
geht aus einer Studie hervor, die das Öko-Institut Freiburg und
das Fraunhofer IZM im Auftrag und enger Abstimmung mit der
Europäischen Kommission nun auch auf der Webseite der EU
veröffentlicht haben. Nach Ansicht des Industrieverbands SPECTARIS
sendet die EU damit ein erstes wichtiges Signal für den Erhalt der
bisherigen Ausnahme-Regelung aus. „Damit ist ein weiterer
wichtiger Schritt erreicht, da zunächst angedacht war, alle
materialspezifischen Ausnahmeregelungen drastisch zu reduzieren“,
sagte Dr. Joachim Giesekus, Leiter des Fachverbandes Photonik und
Präzisionstechnik bei SPECTARIS. Die RoHS-Direktive regelt die
Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in elektrisch
betriebenen Geräten.
Einen Wermutstropfen müssen jedoch alle Ausnahmeregelungen
hinnehmen, weil sie nur noch bis 31. Juli 2014 befristet sein sollen.
Sollte die Industrie nicht rechtzeitig ab Mitte 2012 für eine
Verlängerung eintreten, laufen alle Ausnahmeregelungen aus. Dies
kann dann zu Problemen führen, wenn Zeitpläne seitens der EU
nicht eingehalten werden und so Übergangszeiten entstehen, in
denen der Vertrieb vieler technischer Geräte illegal ist. Kaum ein
elektrisches Gerät ist frei von Komponenten, die nur mit
Ausnahmegenehmigung in Verkehr gebracht werden dürfen.
Für die Photonik-Industrie in Deutschland ist die Ausnahmeregelung
zur Verwendung von Blei und Cadmium in optischem Glas und Filterglas
von großer Bedeutung. SPECTARIS hat in der gesamten optischen
Industrie umfangreich Argumente für den Erhalt gesammelt und zu
einer eigenen Studie zusammen gefasst. Die Positionen wurden mit
Verbänden aus USA und Japan und Europa abgestimmt.
Nahezu die gesamte optische Industrie ist auf die Verwendung von Blei
im Glas angewiesen, da diese Gläser beispielsweise für die
Farbkorrektur, die UV Transmission und für thermisch belastete
Gläser eingesetzt werden. Ohne Cadmium stünden für viele
Wellenlängenbereiche keine optischen Filter mehr zur
Verfügung, die beispielsweise eine Voraussetzung für die
biologische Forschung darstellt. Ein Ende der Ausnahmegenehmigung
würde das Aus für viele Hightech-Geräte aus Deutschland
bedeuten und verheerende Konsequenzen für die Anwender dieser
Geräte mit sich bringen.
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