25 000 Prozessoren arbeiten im Gleichtakt: In den Pixeln einer Kamera
untergebracht, werten sie die von der Kamera aufgenommenen Bilder
sofort aus – mehr als zehnmal so schnell wie ein Computer. Die
Laserleistung kann so erstmals während des Schweißens
geregelt werden.
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Autotüren sind meist Stückwerk: Die Mitarbeiter bauen sie aus
mehreren Blechabschnitten zusammen, die sie üblicherweise mit
einem Laser aneinanderschweißen. Der Laserstrahl fährt dabei
über die Bleche, die sich ein Stück überlappen und
schmilzt sie jeweils in einem Bereich von einigen zehntel Millimetern:
Es entsteht ein Durchschweißloch, das sich wieder
verschließt, wenn der Laserstrahl weiterwandert. Wichtigs-te
Einstellung dabei ist die Laserleistung – ist sie zu gering,
verbinden sich die Bleche nicht fest miteinander, ist sie zu hoch,
schneidet der Laser die einzelnen Bleche durch. Bislang tasten sich die
Mitarbeiter über Ausprobieren an die richtige Laserleistung heran
und halten sie dann konstant. Dazu kommen Erfahrungswerte: So
verschmutzt nach einiger Zeit das Schutzglas, es kommt weniger
Laserlicht auf dem Metall an. Verdreckt das Glas früher als
üblich, können Stunden vergehen, bis dies entdeckt wird
– die Bleche werden unter Umständen währenddessen nicht
ordentlich verschweißt. Zwar gibt es eine Kamera, die den Prozess
überwacht, der Computer kann jedoch nur rund tausend Bilder in der
Sekunde auswerten. Um das schnell wandernde Durchschweißloch zu
verfolgen und die Leistung entsprechend zu regeln, sind abhängig
vom Schweißprozess Bildraten von über 10 Kilohertz
nötig – das entspricht 10 000 Bildern pro Sekunde.
Forscher am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM
in Freiburg haben nun erstmals eine Regelung für
Laserschweißprozesse entwickelt, die die Leistung an die
Situation anpasst: »Unser System wertet 14 000 Bilder pro Sekunde
aus und nutzt die gewonnenen Daten, um die Leistung zu steuern«,
sagt Andreas Blug, Projektleiter am IPM. Doch wie schafft es das
System, die Bilder mehr als zehnmal so schnell auszuwerten wie
herkömmliche Software? »Wir verwenden spezielle Kameras, bei
denen in jedes Pixel ein winziger Prozessor integriert wurde. Alle
diese Prozessoren – insgesamt 25 000 – arbeiten
gleichzeitig. In konventionellen Bildverarbeitungssystemen werden die
Daten von wenigen Computerprozessoren der Reihe nach
verarbeitet«, sagt Blug. Experten sprechen von »Cellular
Neural Networks«, CNN. Wenige Mikrosekunden nach der Aufnahme
liefert die Kamera ein bereits ausgewertetes Bild von der Kontur des
Durchschweißloches. Für kleine Durchschweißlöcher
erhöht das System die Leistung, für große reduziert es
sie. »Mit diesem Regelungssystem konnten wir die erste
industrienahe Anwendung der CNN-Technologie realisieren«, sagt
Blug. Einen Prototypen gibt es bereits. Nun wollen die Forscher das
System in der Produktion testen.