Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, ein wichtiges Problem der
Materialforschung erfolgreich mit Atomen zu simulieren: In einem
künstlichen, aus Laserlicht erzeugten Kristall wurden Atome
eingefangen. In solchen Kristallen verhalten sich die Atome
ähnlich wie Elektronen in Metallen. Dabei konnten Theorien der
Kölner Physik von Mainzer Wissenschaftlern bestätigt werden.
"Eine der wichtigsten theoretischen Methoden unseres Forschungsgebiets,
die sogenannte dynamische Molekularfeldtheorie, konnte in den
Experimenten der Mainzer Gruppe erstmals direkt getestet werden", so
Professor Dr. Achim Rosch vom Institut für Theoretische Physik der
Universität zu Köln. Die Mainzer Forschergruppe konnte sowohl
die Dichte als auch die Abstoßung einer Wolke aus Rubidium-Atomen
unabhängig voneinander kontrollieren, was das direkte Schalten von
einem metallischen in einen isolierenden Zustand ermöglicht. Diese
Messungen wurden mit theoretischen Berechnungen der Universität zu
Köln und des Forschungszentrums Jülich verglichen. "Es war
für uns wichtig zu sehen, dass wir die Experimente der Mainzer
Kollegen quantitativ beschreiben und somit nachvollziehen konnten",
berichtet Prof. Dr. Rosch.
Die beteiligten Forscher erwarten in den nächsten Jahren eine
rasante Entwicklung dieses Forschungsfeldes. So könnten
Quantensimulationen helfen zu entschlüsseln, warum manche
supraleitenden Materialien keinen elektrischen Widerstand bei
überraschend hohen Temperaturen zeigen.
Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Köln, Mainz und Jülich
erscheinen am Freitag, 5. Dezember 2008, in der Zeitschrift Science.
Bei Rückfragen: Prof. Dr. Achim Rosch vom Institut für Theoretische Physik der Universität zu Köln
Tel.: +49 (0)221 470 4994
Email:
rosch@thp.uni-koeln.deInternet:
http://www.sciencemag.org/