3. Fleiß - die Rückkehr einer alten TugendVerkäufer auf der Suche nach ihrer Identität müssen sich
immer wieder eines vor Augen führen: Die Fähigkeit, etwas
verkaufen zu können, ist keine naturgegebene Gnade. Verkaufen
ist erlernbar. Demnach ist auch "besser verkaufen" möglich -
vorausgesetzt, Sie selbst bauen Ihr Wissen und Können aus.
Zugegeben: Wer regelmäßig an seiner persönlichen
Fort- und Weiterbildung arbeitet, hat wahrscheinlich zunächst
weniger Freizeit. Doch der Einsatz rechnet sich: Denn als guter
Verkäufer klettern Sie die Karriereleiter schneller nach
oben, sind mit sich selbst und Ihrem Beruf zufriedener als andere,
erfahren mehr Anerkennung und Lob, übernehmen irgendwann
zwangsläufig mehr Verantwortung - und können sich dann
auch Ihre Arbeits- und Freizeit selbst einteilen. Wer zudem noch
ehrliche Begeisterung für seinen Beruf mitbringt, erlebt
Fleiß als etwas Sinnvolles, Kreatives und vor allem Wertvolles.
Das Spektrum von Fleiß ist übrigens so facettenreich und
breit gefächert, wie das Berufsbild des Verkäufers selbst:
Manch einer beschäftigt sich damit, intensiv die Kunden- und
Lieferantendatei zu pflegen. Jedes noch so kleine Detail, das er
im Gespräch in Erfahrung bringen konnte, baut er in seine
eigene Datenbank ein, auch wenn vieles davon auf den ersten
Blick vielleicht nebensächlich oder sinnlos erscheint. Der
Preis, der ihm dafür irgendwann einmal winkt, ist unschätzbar
wertvoll: Im Gegensatz zu den meisten Kollegen kennt er den Markt mit
allen Wünschen und Fakten in- und auswendig und wird so
das Kundenbedürfnis befriedigen können, ehe andere es
überhaupt erkannt haben!
4. Sprache und Verhalten in der EntscheidungsphaseWenn sich ein Verkaufsgespräch dem Ende nähert, ist vom
Verkäufer erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Denn der Kunde
sendet ganz klare Kaufsignale aus, die Sie sowohl inhaltlich als auch
sprachlich erkennen müssen. Ihre Aufgabe ist es dann, zum
Abschluss zu kommen und dabei das Produkt oder die Dienstleistung sowie
Ihre Firma optimal zu vertreten. Dazu müssen Sie
zunächst die unmissverständlichen Indizien verstehen,
die den Kunden, bewusst oder unbewusst, als kaufinteressiert verraten.
Am einfachsten ist es natürlich, wenn der Kunde von sich aus
äußert, dass er kaufen möchte. In dieser Situation sind
alle weiteren Worte überflüssig und Sie können
direkt zum Abschluss kommen. Doch so leicht ist es in den
meisten Verkaufsgesprächen nicht! Relativ eindeutig ist die
Tendenz allerdings auch, wenn von Kundenseite plötzlich
Fragen nach dem "Danach" kommen, er sich also zum Beispiel nach
Kundendienst und Wartungsmöglichkeiten erkundigt. Auch hier gilt:
Keine Zeit verlieren und festzurren!
Nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, da oft als
interessiertes Nachfragen getarnt, ist die Beschäftigung des
Kunden mit Einzelheiten des Produktes oder der Dienstleistung. Redet
er zum Beispiel plötzlich über Zubehör oder
Sonderwünsche, hat er innerlich den Kauf bereits vollzogen.
Auch ein spürbarer Anstieg der zustimmenden Bemerkungen
könnten erste Hinweise auf die Identifikation mit dem Produkt sein
- und damit auf Kaufinteresse deuten. Eindeutiges Kaufinteresse
ist vor allem auch an der Körpersprache des Kunden abzulesen:
Gestik und Mimik sind auf das Produkt fokussiert, zustimmendes Nicken
mit dem Kopf verdeutlicht die innere Bereitschaft des
Gesprächspartners. Untrügliches Indiz ist auch der
Moment, in dem der Kunde erneut nach dem Produkt, sofern es ein Produkt
gibt, greift; es also nach dem Kennenlernen sämtlicher
Nutzenversprechen noch einmal "durch seine Brille" betrachtet und mit
den Händen nachspürt.
5. Wenn der Kunde "ja" sagt…Es ist endlich soweit: Der Kunde möchte offenbar Ihr Angebot
wahrnehmen - und all Ihre Begeisterung hat sich gelohnt! Nun gilt es,
auch in dieser Phase des Verkaufsgesprächs selbstsicher und ohne
Leistungsabfall zu agieren. Oberstes Gebot ist jetzt Ruhe und
Gelassenheit. Strahlen Sie mit Körper und Gesichtsausdruck
freundliche Sicherheit aus, so dass die positive Grundstimmung erhalten
bleibt. Vermeiden Sie neue Gesprächspunkte, die Sie von Ihrem
eigentlichen Ziel wieder abbringen könnten. Dieser Fehler
unterläuft weit mehr Verkäufern, als Sie sich vielleicht
vorstellen können! Denn hier werden oftmals ganze
Abschlüsse zerredet. Bleiben Sie ruhig! Sie haben es endlich
geschafft und nehmen selbstbewusst den Auftrag entgegen. Das
dürfen Sie auch, denn Sie haben es sich verdient. Betrachten Sie
den Kaufabschluss als eine besondere Leistung und genießen Sie
Ihren Verkaufserfolg.
Autor
Sascha Bartnitzki
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