Branchenthemen LASER World of PHOTONICS World of Photonics Congress LASER World of PHOTONICS China
HOME
FACHTHEMEN
BUSINESS LIFE
 
Partners  
 Newsletter abonnieren  Newsletter abonnieren

Mercateo - der Megahändler für Geschäftskunden im Internet

Seite drucken Seite weiterempfehlen  |   English
NEWS
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Forscher ermitteln charakteristische sequenzabhängige Lichtempfindlichkeiten der DNA

Die hohe Fotostabilität der DNA, des Erbgutträgers aller Lebewesen, gibt bei Bestrahlung mit UV-Licht viele Rätsel auf. Dabei kommt es entscheidend auf das Zusammenspiel der vier Basen an, aus denen die DNA-Moleküle bestehen. Forscher der Kieler Universität konnten für DNA-Stränge je nach ihrer Basensequenz unterschiedliche Lichtempfindlichkeiten nachweisen. Die Erstautorin Nina Schwalb stellt diese Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" vor, die am 10. Oktober erscheint.
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die einzelnen Basen, die die Erbinformation in der DNA kodieren, hohe Photostabilitäten aufweisen, da sie die Energie, die sie durch UV-Strahlung aufnehmen, gleich wieder abgeben. Merkwürdigerweise funktionieren diese Mechanismen in DNA, die aus vielen Basen besteht, jedoch nicht oder nur eingeschränkt. Die Deaktivierung der UV-angeregten DNA-Moleküle muss stattdessen auf ganz anderen, bisher unverstandenen, spezifischen Wegen erfolgen. Durch vielfältige Messungen an DNA-Molekülen mit verschiedenen Reihenfolgen ihrer Basen konnte die Forschergruppe um Professor Friedrich Temps vom Institut für Physikalische Chemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel diese Annahme nun konkretisieren.
 
Forscher ermitteln charakteristische sequenzabhängige Lichtempfindlichkeiten der DNA 400
 
Bildunterschrift: Nina Schwalb bei der Justierung des Femtosekundenlaserspektroskops.
Foto: J. Haacks, Copyright: CAU



"Die DNA erreicht ihre hohe Photostabilität erst durch die komplexe Doppelhelix-Struktur. Dabei spielen die systemischen gegenseitigen Beeinflussungen der übereinander 'gestapelten' Basen innerhalb eines DNA-Stranges und die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den beiden komplementären Einzelsträngen, in den Basenpaaren der Doppelhelix, wichtige Rollen. Durch die verschiedenen Wechselwirkungen, die wir beobachtet haben, wird die DNA gewissermaßen zu ihrer eigenen Sonnenschutzcreme", so Temps.

Nina Schwalb testete zahlreiche unterschiedliche Basen-Kombinationen in künstlichen DNA-Molekülen. Mittels eines Femtosekundenlaserspektroskops ermittelte sie die jeweils charakteristische Energieabgabe. Sie konnte messen, wie lange die Moleküle fluoreszierten, also das Licht speicherten. Für bestimmte Basen-Kombinationen beobachtete sie "Lebenszeiten" von nur einhundert Femtosekunden, für andere dagegen tausendmal längere Werte. Eine Femtosekunde entspricht einem Millionstel einer Milliardstel-Sekunde.

Nina Schwalb zu den Schlussfolgerungen ihrer Erkenntnisse: "Wir haben die photophysikalischen Eigenschaften untersucht und für unterschiedliche Basen-Kombinationen ganz unterschiedliche Fluoreszenzwerte gefunden. Es scheint mir nicht ausgeschlossen, daraus ein neues diagnostisches Verfahren zu entwickeln, das die direkte Erkennung bestimmter Gensequenzen mit Laserlicht erlaubt, ohne dass man die DNA zum Beispiel wie heute üblich mit Farbstoffen markieren muss."

Auch eine Verknüpfung der photophysikalischen Werte mit Erbmerkmalen ist denkbar. Versteht man diese Mechanismen besser, scheint es auf lange Sicht vorstellbar, durch Laserstrahlen Genmutationen reparieren zu können.

"Bereits heute ist in der Nanoelektronik bekannt, dass sich künstlich hergestellte DNA als 'Nano-Draht' verwenden lässt. Durch die unterschiedlichen Reaktionszeiten der Moleküle wird man möglicherweise irgendwann die betreffenden Moleküle mit Laserpulsen 'schalten' können. Über die Wasserstoffbrücken ließen sich unter Umständen sogar Transistoren aus DNA realisieren", erläutert Professor Temps.

Die Arbeit von Nina Schwalb wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Projektes "Ultraschnelle Fotodynamik von DNA" unterstützt.


PRODUKTINNOVATION
weitere Beiträge ( 239 )  weitere Beiträge ( 239 ) 
Rofin / Baasel Lasertech
Kompakter Laserbeschrifter ohne externe Kühlung go
Trumpf - 2-D-Laserschneidanlagen
Erste Laserflachbettanlage mit 7-kW-Laser go
Rofin / Baasel Lasertech
Innovatives Bedienkonzept - Joystick-geführter Handschweiß-Laser umschaltbar auf präzises CNC-System go
NEWS
weitere Beiträge ( 196 )  weitere Beiträge ( 196 ) 
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS
Licht aus Plastik go
Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie
Präzisere Gehirn-Operationen per Laserstrahl go
Innovationspreis der Berthold Leibinger Stiftung
Ultrakurzpuls-Lasertechnologie in der Großserie gewürdigt go
ANALYSE-MÄRKTE-TRENDS
weitere Beiträge ( 45 )  weitere Beiträge ( 45 ) 
Technischen Universität (TU) Braunschweig
Terahertz-Verfahren – eine Technologie mit hohem Zukunftspotenzial go
Dreidimensionale photonische Kristalle
Kristalle und Photonik go
Solar- und Photozellen aus organischen Materialien
Organische Solarzellen machen Herstellungsverfahren kostengünsiger go
VERANSTALTUNG
weitere Beiträge ( 22 )  weitere Beiträge ( 22 ) 
LASER World of PHOTONICS 2009
„Light at work“ go
bayern photonics e.V. - Kommunikationsforum
Netzwerkarbeit hautnah erleben - Kommunikationsforum "Mitglieder stellen sich vor" go
Kongress Optische Technologien
Messe München führt Technik Show zum Start der Innovationsliga des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch go


LASER. World of Photonics 15. - 18. Juni 2009
World of Photonics Congress 14.-19. Juni 2009
LASER World of Photonics China 17. - 19. März 2009
 Aktuell - 22.11.2008
 zurück    top