Logos und Schriftzüge aus Licht lassen sich mit Freiformlinsen
erzeugen. Doch wie muss die Oberfläche einer solchen Linse
aussehen, um das Licht in Form eines speziellen Musters zu
bündeln? Das auszutüfteln dauerte bisher Stunden –
jetzt geht es innerhalb von Sekunden.
Am Haupteingang eines Industrieunternehmens strahlt eine Lampe das
Firmenlogo mit Schriftzug auf den Eingangsbereich. Erzeugt wird das
Bild durch eine Freiformlinse: Ihre Oberfläche ist komplex geformt
und bündelt das Licht gezielt zu dem gewünschten Bild.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten solcher Freiformlinsen: Ein Haus
lässt sich mit ihnen so beleuchten, dass die Fenster ausgespart
und die Bewohner nicht geblendet werden. Medizinische Bestrahlungen
könnten exakt auf die benötigten Stellen ausgerichtet werden.
Das Besondere: Die Linse selbst erzeugt bereits das Bild, eine
Schablone oder ein Dia ist überflüssig – das spart
Energie. Außerdem sind die Ränder der Abbildung
schärfer.
| |
 |
| |
Wie das Bild aussieht, das eine Freiformlinse erzeugt, lässt sich
leicht berechnen. Doch wie muss die Linsenoberfläche beschaffen
sein, um ein bestimmtes Bild, etwa ein Logo, abzubilden? Diese Frage zu
beantworten, ist sehr viel aufwändiger. Bislang müssen die
Entwickler sich mühsam an die jeweilige Form herantasten: Sie
stellen im Rechner eine bestimmte Linsenform ein, schauen sich das
erzeugte Bild an und verändern die Linse so lange, bis sie das
Licht zum gewünschten Bild bündelt. »Das kann durchaus
mehrere Stunden dauern«, sagt Dr. Robert Feßler,
Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Techno- und
Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern. Künftig geht das in
einigen Sekunden: Die Forscher am ITWM haben eine Software entwickelt,
die aus dem gewünschten Bild in null komma nichts die
benötigte Linsengeometrie errechnet – die erste Software
dieser Art, die für Kunden auf dem Markt erhältlich ist.
»Verschiedene Parameter lassen sich einstellen: Etwa
Fertigungsparameter wie Besonderheiten der Fräsmaschine oder das
Material, das für die Linse verwendet werden soll«, sagt Dr.
Nobert Siedow, Projektleiter am ITWM. Da die Software die
Oberflächengeometrie der Linse in nur wenigen Sekunden errechnet,
lässt sich diese gut optimieren: Ist beispielsweise die
Krümmung der Linse, die man für ein bestimmtes Bild
bräuchte, zu hoch, kann ihre Herstellung aus technischen
Gründen schwierig werden. Die Krümmung lässt sich in der
Software begrenzen, die Linse mit ein paar Klicks schnell neu berechnen.
Eine Demoversion der Software gibt es bereits. Auf der Messe Vision vom
4. bis 6. November in Stuttgart stellen die Forscher sie live vor
(Halle Halle 6, Stand 6D56). Auf Wunsch fertigen sie ein Foto der
Besucher an und errechnen mit der Software die Geometrie, die eine
Freiformlinse haben müsste, um eben dieses Bild zu erzeugen.