Wenn Sie wirklich gut präsentieren lernen möchten, dann ist
es wichtig, sich von den Irrtümern heutiger Präsentationen zu
befreien und die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Sie fahren heute
auch keinen Golf der ersten Generation mehr. Warum also nicht auch in
der Präsentationstechnik innovative, effektive und erfolgreichere
Strategien anwenden? Beamer und PowerPoint haben unsere
Präsentationen jahrelang dominiert — und sind gerade dabei,
wieder auf ein gesundes Maß zurechtzuschrumpfen. Doch stellen wir
uns die Frage, warum eigentlich so viele Präsentationen scheitern.
1. Irrtum PowerPoint: In Folienschlachten gibt es keine Sieger
Kaum ein Medium eignet sich besser dazu, seine Zuhörer in Trance
zu reden, als das Duo Beamer und PowerPoint. Eine Technik, die
ursprünglich dazu diente, uns Präsentierenden das Leben zu
erleichtern, hat sich — vielleicht genau aus diesem Grund —
verselbstständigt. Sie öffnen Powerpoint und zählen in
Stichworten alles auf und gliedern es ein wenig. Das geht schnell und
ist einfach — und ist deshalb so verlockend. Solange Ihre
Mitbewerber auch so präsentieren und Ihre Teilnehmer nur diesen
Standard kennen, können Sie so weitermachen ohne große
Verluste, denn im freien Wettbewerb reicht es, wenn man nur ein
bisschen besser ist als der Mitbewerber oder der Meinungsgegner.
Kennen Sie diese Situation? Sie sitzen als Teilnehmer in einer
Präsentation. Der Raum: leicht abgedunkelt. Leise summt der
Beamer. Vorne: ein Mensch. Er hantiert mit Kabeln und Steckern. Um Sie
herum: Kollegen, Ihre Vorgesetzten. Die schenken sich Kaffee ein und
lehnen sich skeptisch und verschlossen zurück. Mitten ins Gemurmel
beginnt der Mensch dort vorne seine Präsentation. Auf einer
leuchtenden großen Leinwand steht: „Herzlich
willkommen!“ Er schaut die Wand an und wiederholt, was Sie schon
längst gelesen haben: „Herzlich willkommen“. Die
Teilnehmer sinken noch tiefer in ihre Stühle. Was jetzt kommt, Sie
ahnen es: die professionelle Aufzählungs-Folienschlacht. Prima
strukturiert, mit perfekten Bildern, Animationen, sogar mit Video und
3D-Grafiken. Mit viel Text, mit vielen Vorteilen, mit anscheinend hohem
Nutzen für Sie und Ihre Kollegen und Vorgesetzten. Mit einem von
einer renommierten Werbeagentur gestalteten Master. Die Folie blendet
langsam ein, dehnt sich aus und zieht sich beim Ausgang wieder
zusammen, während im Halbdunkel eine monotone Stimme die Charts
mit den vielen Aufzählungen abliest, den Blick starr auf die
leuchtenden Folien gerichtet. Eine Folie löst die andere ab:
10...20...30 Folien. Sie nutzen die Zeit, um sich von Ihrem
anstrengenden Berufsalltag zu erholen, und dösen mit
geöffneten Augen. Was unser Präsentator leider nicht bemerkt
– kehrt er Ihnen und Ihren Kollegen doch hauptsächlich
seinen Rücken zu.
Die Diskussion danach ist hart: Kritische Fragen werden laut,
Vorbehalte geäußert, Entscheidungen vertagt. Das kostet
Zeit, das kostet Nerven, das kostet Geld. Oder, wenn es sich um eine
Akquise-Präsentation handelte: Das kostet Aufträge! Ein
Teufelskreis, der nicht nur unseren Präsentierenden schädigt,
sondern ganze Unternehmen, die ganze Volkswirtschaft.
Folienschlachten kann keiner gewinnen. Weder Sie noch Ihre Zuhörer
— höchstens Ihr Wettbewerber oder Meinungsgegner. Da sich in
letzter Zeit viele Foren, Experten und sogar MicroSoft kritisch zu
einseitigen PowerPoint-Aufzählungs-Präsentationen
geäußert haben, wird es immer mehr Unternehmen und
Präsentierende geben, die anders präsentieren werden. Das
bedeutet für Sie: schaffen Sie sich heute schon Vorsprung
gegenüber denjenigen, die noch nicht gehirntypgerecht
präsentieren.
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