Von der Antike bis ins Mittelalter galt die Dialektik als ein
unverzichtbares Fachgebiet jeder höheren Erziehung und Bildung. In
unserer modernen Welt wird diese alte Kunst jedoch häufig
vernachlässigt oder sie wird verfremdet genutzt, um in
Gesprächen den „Gegner“ in die Enge zu treiben und
verbal mattzusetzen. In der Praxis kommen heute oft nur die
dialektischen Kunstgriffe zur Anwendung, während die
ursprünglichen Lehrinhalte der antiken Dialektik aus dem Blickfeld
geraten. Dabei sind diese heute aktueller denn je.
Denn in unserer Gesellschaft, in der Kommunikation eine
Schlüsselposition einnimmt, werden immer und überall
Gespräche oder Auseinandersetzungen geführt, und unendlich
viel Zeit und Energie wird dadurch verschwendet, dass Menschen
aneinander vorbeireden und schlüssige Ergebnisse von
Gesprächen bzw. Auseinandersetzungen einfach ausbleiben.
Dabei sind die 4 Grundgedanken der Dialektik sehr einfach und einprägsam:
- Die erste Regel formulierte Platon: „Verhalte Dich nicht
egozentrisch.“ – Sie lässt sich mit dem simplen
Gedanken der Wechselrede konkretisieren: Die Parteien reden abwechselnd
und hören einander zu.
- Aus dem gegenseitigen Zuhören
ergibt sich eine zweite Regel: Die Parteien geben ausdrücklich an,
wann sie den Ansichten der jeweils anderen Partei widersprechen. Tun
sie dies nicht, gilt dieses Unterlassen als Zustimmung. So wird
vermieden, dass die Beteiligten aneinander vorbeireden.
- Damit
die Parteien einander dann überhaupt verstehen, gilt als dritte
Regel: Die Gesprächspartner drücken sich klar und eindeutig
aus, um Missverständnisse möglichst zu vermeiden.
- Und
die letzte Grundregel lässt sich von Aristoteles ableiten, der
sagte: „Analysiere und argumentiere logisch.“ Sprich:
Widersprüche in der eigenen Argumentation oder zu dem, womit man
sich bereits einverstanden gezeigt hat, sind nicht zulässig.
Wer diese vier einfachen Spielregeln beherzigt, vermindert damit sofort
die Gefahr unerfreulicher und destruktiver Gesprächsverläufe.
Quelle
Stéphane Etrillard, Düsseldorf
secs Management Institute
Telefon: +49 (0211) 7 57 07 40
Telefax: +49 (0211) 75 00 53
Web: www.etrillard.com
E-Mail: info@etrillard.com