LAP GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem polnischen Unternehmen Graw ein
neues System zur Prüfung von Rädern, Radsätzen und
Fahrgestellen von Schienenfahrzeugen entwickelt, das zur Sicherheit im
Schienenverkehr beiträgt. Das System ist seit Anfang 2007 bei PKP
Intercity in Warschau im Einsatz und wird in Deutschland ab sofort von
der Lüneburger LAP GmbH Laser Applikationen vertrieben.
Das laserbasierte System misst das Profil der Radreifen und der
Spurkränze, den Durchmesser der Räder und die Geometrie der
Fahrgestelle mit hoher Präzision.
Die allmähliche Veränderung des Profils eines Rades durch
Verschleiß war bisher nur schwer zu prüfen. Verändern
sich beispielsweise der Flankenwinkel des Spurkranzes oder der Radius
der Hohlkehle, kann das zu erhöhter Materialermüdung
führen. Im schlimmsten Fall kann es das Entgleisen eines Waggons
zur Folge haben.
Deshalb überwacht PKP Intercity in Warschau seine gesamte Flotte
von fast 200 Waggons regelmäßig mit dem neuen Mess-System.
Im Rahmen der vorbeugenden Wartung eingesetzt, warnt es bei Erreichen
vorgegebener Grenzwerte rechtzeitig, sodass die betroffenen
Radsätze ausgetauscht werden können.
Das laserbasierte System ist an der Einfahrt der Wartungshalle
installiert und prüft jeden einfahrenden Zug automatisch. Dabei
sind Geschwindigkeiten bis 20 km/h möglich, der Zug braucht
während der Messung nicht anzuhalten. Die Messung beginnt, sobald
ein Zug in die Halle einfährt; das System erfasst automatisch jede
einzelne Achse. Wenn die Messergebnisse Werte zeigen, die nicht den
Spezifikationen entsprechen, löst es einen Alarm aus.
PKP Intercity hat alle Waggons mit RFID-Tags ausgestattet. Mit diesen
Daten ordnet das System alle Messwerte den einzelnen Rädern zu und
speichert die Daten in einer Datenbank. Auf diese Weise kann die
zeitliche Entwicklung der Messwerte verfolgt und die Reparaturplanung
optimiert werden. Grafische Auswertungen erleichtern dabei die Analyse.
Für die Messung projiziert eine speziell von LAP für die
Anwendung entwickelte Beleuchtung Laserlinien auf die Oberfläche
der Räder, die von mehreren Linien-und Matrixkameras erfasst
werden. Die Sensoren sind an einem Messrahmen montiert. Sie sind
vollständig gekapselt und werden von Spülluft
durchströmt. So arbeiten sie auch bei Temperaturen zwischen -30
und +60 °C und bei einer Luftfeuchte bis zu 98 Prozent
zuverlässig.
Die Genauigkeit bei der Messung des Raddurchmessers ist besser als 0,5
mm, bei der Messung der Laufradparameter liegt sie bei etwa 0,2 mm. Die
Diagonale des Drehgestells misst das System auf weniger als 0,5 mm
genau.