Mit dem Start des satellitengestützten Erdbeobachtungssystems
RapidEye stärkt die Jenoptik-Tochter Jena-Optronik ihre Rolle als
Anbieter von Instrumenten zur Erdbeobachtung. Mithilfe der
Kamerasysteme aus Jena wird das deutsche Unternehmen RapidEye AG einen
Geo-Informationsservice etablieren. Eine Flotte von fünf
baugleichen Satelliten, auf denen sich die Instrumente befinden,
ermöglicht die Aufnahme von täglich über 4 Millionen
Quadratkilometer Bilddaten. An Bord einer DNEPR-Rakete starteten heute
Morgen alle fünf Satelliten vom Weltraumbahnhof Baikonur in
Kasachstan.
Jenoptik hatte den Auftrag über die Entwicklung und Herstellung
der Multispektralkameras 2004 von MacDonald Dettweiler and Associates
Ltd. (MDA), dem kanadischen Hauptauftragnehmer der Firma RapidEye AG
aus Brandenburg, erhalten. Das kanadische Unternehmen ist ein
führender Anbieter im Bereich von Informationssystemen mit
besonderem Schwerpunkt der Erdbeobachtung.
Das zeilenweise und kontinuierliche Abtasten (Pushbroom-Prinzip) der
Erdoberfläche ermöglicht die zielgerichtete Datenaufnahme
eines ca. 75 km breiten Streifens aus 630 Kilometern Höhe und
einer Auflösung von 6,5 Meter. Das System, bestehend aus der
Kamera und den dazugehörigen Datenverarbeitungssystemen, arbeitet
mit fünf Spektralkanälen und deckt damit den sichtbaren
Wellenlängenbereich und das nahe Infrarot ab. Eine technologische
Herausforderung für die Entwickler der Jenoptik war, das
Kamerasystem so klein zu gestalten, dass es auf einer
Kleinsatellitenplattform unterzubringen ist. Die Entwicklung des
Kamerasystems erfolgte in enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnern
aus dem optischen Cluster Jena. So wurden etwa die Spiegel des
Kamerateleskops durch das Fraunhofer Institut für angewandte Optik
und Feinmechanik gefertigt.
Die Daten liefern Informationen für Landwirtschaft und
Kartografie. Anwender sind zum Beispiel landwirtschaftliche
Versicherungsunternehmen, die Schäden prognostizieren oder
ermitteln wollen, daneben Institutionen wie die EU, aber auch
Agrarhändler, die an Warenterminbörsen handeln, oder
landwirtschaftliche Großbetriebe, die Präzisionsanbau
betreiben.
Mit der Kameraentwicklung für RapidEye ist die Jenoptik
erfolgreich in den Markt für multispektrale
satellitengestützte Erdbeobachtungsinstrumente eingestiegen. Durch
die im Rahmen dieses Satellitenprogramms erworbenen
Technologiekompetenzen konnte sich das Jenaer Unternehmen für
weitere Erdbeobachtungsmissionen empfehlen. So ist die Jena-Optronik
GmbH im europäischen Programm zur Umwelt- und Sicherheitspolitik
GMES Teil des Kernteams innerhalb von Sentinel 2 zur optischen
Erdbeobachtung sowie auch innerhalb Sentinel 3 zur Beobachtung der
Ozeane. Mit dem multispektralen abbildenden Radiometer METimage, einer
geplanten deutschen Beistellung für die zukünftigen
Wettersatelliten von EUMETSAT (Post-EPS), können die Jenaer die
bei den RapidEye Kameras gewonnenen Systemkompetenzen gewinnbringend
für die nächst größere Instrumentenklasse
einsetzen.