Ziel eines neuen Forschungsvorhabens am Laser Zentrum Hannover e.V.
(LZH) ist es, Verschleißschutzschichten für thermomechanisch
hoch belastete Systeme wie z.B. Zylinderflächen von Motoren oder
Umformwerkzeuge herzustellen. Der Ansatz basiert auf einem innovativen
Pulverauftragschweißprozess in dem Mikrostrukturen gleichzeitig
mit der Beschichtung produziert werden. Dadurch können gezielt
für die jeweilige Anwendung geeignete
Oberflächeneigenschaften eingestellt werden.
Für die angestrebten verschleißtechnisch und mechanisch
optimierten Schichtsysteme werden notwendige Laserparameter und
Pulverzusammensetzungen identifiziert und anschließend geeignete
Prozessfenster für die ausgewählten
Laser-Pulver-Kombinationen herausgearbeitet. Die lasergestützte
Herstellung von Schichten mit integrierten Mikrostrukturen (von 50
µm bis 120 µm) auf zwei- und zukünftig auch
dreidimensionalen Oberflächen werden dadurch ermöglicht.
Hierzu wird eine Technik entwickelt, um Teilbereiche des
Pulverflachstrahls mit hoher Taktfrequenz umzulenken, so dass diese
nicht mehr für den Auftragschweißprozess zur Verfügung
stehen, d.h. nicht in die Prozesszone eindringen. Durch die
Veränderung der Laserleistung und/oder des Pulverstroms
während des Beschichtungsprozesses werden definierte
Teilbereiche mit geringerer Schichtdicke erzeugt und Mikrostrukturen
mit unterschiedlichen Geometrien und Abmessungen in die Beschichtung
integriert.
Begleitend zu den Untersuchungen zum Auftragschweißen erfolgen
metallographische Analysen der erzeugten Proben, um Kenntnisse
über die Anbindung der Schweißbahnen und die
Gefügeausbildung zu erlangen. Besonders die Bereiche
Umformtechnik, Motoren- und Anlagenbau können von diesem Verfahren
profitieren. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) unterstützt.