Die Optischen Technologien in Deutschland können auch für
dieses Jahr mit einem Wachstum von neun Prozent rechnen. Um den
Erfolgskurs der Branche weiterhin sicherzustellen gilt es jedoch, aus
Sicht von Spectaris, Fachverband für optische, medizinische und
mechatronische Technologien e.V., dem Fachkräftemangel innerhalb
des Industriezweiges entgegenzuwirken. Für den Verband sind in
diesem Zusammenhang diverse Gegenmaßnahmen vorstellbar, die
sowohl seitens der Politik als auch seitens der Unternehmen ergriffen
werden können.
Bereits im vergangenen Jahr haben die Unternehmen der Optischen
Industrie in Deutschland ein Rekordniveau erreicht. Mit einem Umsatz
von 22 Milliarden Euro erzielten sie in 2007 gegenüber dem Vorjahr
eine Steigerung von 13 Prozent. Im Inland gab es ein Plus um 15 Prozent
auf sieben Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem
Auslandgeschäft konnten um 12 Prozent gesteigert werden und
betrugen 15 Milliarden Euro. Wichtigster internationaler Absatzmarkt
blieb dabei die Europäische Union mit rund 68 Prozent aller
Exporte. Große Zuwächse konnte die Branche allerdings auch
in China erreichen. Hier legten die Ausfuhren um 45 Prozent zu,
wenngleich der Anteil Chinas am deutschen Gesamtexport mit zwei Prozent
noch gering ist. Die Ausfuhren in die USA konnten um drei Prozent
leicht gesteigert werden. Das große Innovationspotenzial der
Unternehmen belegen auch die Ausgaben für Forschung und
Entwicklung. Gemesssen am Umsatz betrug diese Quote rund zehn Prozent.
Auch im Hinblick auf das Angebot von Arbeitsplätzen konnte die
Branche 2007 einen Zuwachs verzeichnen. Mit einer Steigerung der
Mitarbeiterzahl um sieben Prozent auf 114.000 Mitarbeiter erwiesen sich
die Optischen Technologien als Jobmotor. Da sie die Basis für die
Entwicklung und Herstellung der Produkte zahlreicher anderer Industrien
darstellen, beeinflussen die Optischen Technologien indirekt bis zu 15
Prozent der rund 5,8 Millionen Arbeitsplätze des verarbeitenden
Gewerbes.
Für das laufende Jahr rechnet Spectaris mit einem Umsatzplus von
neun Prozent. Getragen wird die positive Einschätzung dabei sowohl
vom Inlands- als auch vom Auslandsgeschäft. Für den
Inlandsumsatz erwarten die Unternehmen ein Plus von etwa zehn
Prozent. Beim Auslandsgeschäft gehen die Firmen von einem Wachstum
von rund acht Prozent aus. Die Zahl der Beschäftigten wird
voraussichtlich um mindestens drei Prozent steigen.
Eine der größten Herausforderungen für die Optischen
Technologien ist es, den Fachkräftemangel zu bewältigen.
„Wegen des starken Wachstums besteht ein
überdurchschnittlicher Bedarf an Fachkräften in der
Branche“, erläutert Spectaris-Geschäftsführer Sven
Behrens. Daher bestehe sowohl seitens der Politik als auch seitens der
Unternehmen derzeit ein erhöhter Handlungsbedarf. Aufgabe der
Politik sei es unter anderem, die Technikbegeisterung in der
Gesellschaft durch geeignete Maßnahmen zu fördern. Auch
gelte es, die Aus- und Weiterbildung in Deutschland zu verbessern und
die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten zu
erhöhen. Zudem müsse der demographischen Entwicklung dadurch
begegnet werden, dass einerseits ältere Fachkräfte
stärker eingebunden würden. Andererseits gelte es, die
Zuwanderungsbedingungen und Maßnahmen zur Integration zu
erleichtern. Auch an die Unternehmen sind, aus Sicht von Behrens, eine
Reihe von Anforderungen gestellt. Zunächst müsse die
Einstellungspolitik verstetigt werden. Auch hätten die Unternehmen
ihre Ausbildungsquote zu erhöhen. Zudem gelte es, ältere
Arbeitskräfte verstärkt zu integrieren und durch geeignete
Maßnahmen im Unternehmen zu halten. Gleichzeitig müsse die
Flexibilität der Arbeitsstellen für Frauen gesteigert werden.