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Verbundprojekt „OMNIBUSS“
Mit automatischem Pollenmonitor Pollenflugvorhersage optimieren

Rund zwölf Millionen Pollenallergiker in Deutschland sind auf aktuelle Informationen zur Pollenflugsituation angewiesen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen  treffen zu können. Doch bisher beruht die Vorhersage, verfahrenstechnisch bedingt, auf Messdaten vom Vortag. Um dies zu ändern haben Wissenschaftler zweier Fraunhofer Institute sowie der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität und Geräteentwickler im Rahmen des Verbundprojektes „OMNIBUSS“ einen neuartigen automatischen Pollenmonitor konzipiert. Die Regie hat dabei der Deutsche Wetterdienst übernommen.
Bislang existieren noch keine effizienten und zuverlässigen Verfahren zur Pollenflugvorhersage. Pollenmesswerte werden heute immer noch durch manuelle Probenentnahme und anschließende visuelle Auswertung der Proben im Labor ermittelt. Für die Bestimmung des Pollenflugs werden Mikroskope eingesetzt, für die Sporenbestimmung Zellkulturen. Diese Verfahren sind zeit- und personalaufwändig und teilweise ungenau. Demgegenüber ermöglichen vollautomatische Pollenmessgeräte eine aktuellere, präzisere und kostengünstigere Erhebung von Messdaten.
Als das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderte Verbundprojekt „OMNIBUSS“ im Jahr 2003 startete, hatten sich die Forscher der beteiligten Einrichtungen zum Ziel gesetzt, ein robustes Analysesystem, mit dem  Luft getragene Aerosole identifiziert und analysiert werden können, zu erarbeiten. Der Schwerpunkt sollte dabei auf inhalativ allergenen Bioaerosolen wie Pollen und Sporen liegen. Mittlerweile ist aus dem Projekt ein fertiges Produkt entstanden: Der Bioaerosolmonitor MICROBUS soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Wie herkömmliche Methoden auch, beruht der automatische Pollenmonitor auf einer mikroskopischen Auswertung der gesammelten Pollen. Identifiziert werden diese jedoch nicht durch eine Fachkraft, sondern gleich vor Ort durch ein automatisches Mustererkennungsverfahren. Dafür werden zunächst Staub und darin enthaltene Pollen aus der Umgebungsluft abgesaugt und auf einer Unterlage schonend abgeschieden, auf der sie mikroskopisch untersucht werden können. Um eine Unterscheidung von den übrigen Staubpartikeln möglich zu machen, wird mit Hilfe der Fluoreszenzmikroskopie die charakteristische Eigenfluoreszenz der Pollen angeregt. Schnitt für Schnitt nimmt eine CCD-Kamera im Fluoreszenzlicht einen Stapel hoch aufgelöster Bilder auf. Mit Hilfe dieses tomographischen Verfahrens entsteht aus den Bildern einzelner Schichten eine dreidimensionale Rekonstruktion des Pollenkorns. Anhand der Form und der inneren Struktur klasssifiziert eine Software die Objekte anschließend in einem komplexen Bilderkennungsverfahren und ordnet sie den einzelnen allergenen Pollenarten zu. Die selbstlernende Klassifikationssoftware kann auch auf die Erkennung von Pollen potenziell transgener Pflanzen oder weiterer biologischer Partikel, wie beispielsweise Pilzsporen, trainiert werden. Zusätzlich zur Formerkennung zählt das System die erkannten Pollen und ist somit in der Lage, Rückschlüsse auf die jeweilige Konzentration in der Luft zu ziehen.
Durch den Einsatz des neuen Gerätes kann damit gerechnet werden, dass sich die derzeitige Anzahl der weltweit 800 Messstationen wesentlich erhöht. Auch könnte das Messgerät dazu dienen, die Sporenbelastung an Gebäuden zu ermitteln. Eine Verwendung im Bereich des Pflanzenschutzes, wenn es um eine intelligente Schädlingsbekämpfung geht, wäre ebenfalls vorstellbar.

 
Mit automatischem Pollenmonitor Pollenflugvorhersage optimieren 1
 
 Mit automatischem Pollenmonitor Pollenflugvorhersage optimieren 2


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