Bei der Beleuchtungstechnik hat Deutschland im Bereich der Photonik
eine gute Ausgangsposition. "Wir haben den Marktzugang und die
Technologieführerschaft", erklärt Prof. Dr. Andreas
Tünnermann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte
Optik und Feinmechanik Jena.
Ansonsten ist der Weltmarkt für Photonik eindeutig aufgeteilt.
Für die deutschen Unternehmen bleibt wenig Spielraum; die
Produktion findet in Asien statt. Laut der Schweizer
Unternehmensberatung Optech Consulting ist der Markt 2006 um elf
Prozent auf knapp über 250 Milliarden Euro gewachsen.
Weltmarkt nach SektorenMit Abstand die größten Bereiche nehmen Flachdisplays (26
Prozent) und Informationstechnologie (21 Prozent) ein. Es folgen
Beleuchtung, Verteidigung, Medizintechnik sowie Messtechnik mit jeweils
acht Prozent. Bei den Hochleistungsleuchtdioden liegen die
Wachstumsraten derzeit über 25 Prozent. Eindeutig Vorfahrt haben
die optoelektronischen Systeme in der Autoindustrie mit
vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vom Hologramm auf der
Windschutzscheibe über die Nachtsichterkennung bis zu Heckkameras.
Daneben finden sie zunehmend Verwendung in Freiformoptiken oder
Präsentationssystemen. "Wettbewerbsvorteile haben sich deutsche
Unternehmen im mikro- und nanostrukturierten Bereich erarbeitet",
erläutert Tünnermann. Auch bei Halbleiterbauelementen oder
Komponenten sind viele deutsche Unternehmen mit beachtlichem Engagement
aktiv.
Lichtausbeute steigtNeuartige Projektionssysteme befinden sich in der Entwicklung.
"Leuchtdioden werden die bisherigen konventionellen Halogenlampen in
wenigen Jahren ablösen", dessen ist sich Tünnermann sicher.
Allerdings ist ihr Wirkungsgrad bisher noch sehr klein: "Das meiste
Licht kommt gar nicht heraus, es sei denn, man verwendet eine geeignete
Optik." Mit ihrer Hilfe wird das Licht konzentriert.
Diese Optik hat Osram, einer der größten Leuchtenhersteller,
mit der superhellen LED erzielt: Eine Metallschicht im Inneren dient
als Spiegel für das intern erzeugte Licht und reflektiert es zur
Oberseite des Chips, wo es ausgekoppelt wird.
Inzwischen setzt das Unternehmen die revolutionierende
Dünnschichttechnologie für alle Farben ein. Die kommenden
Projektionssysteme mit Geräten, deren Abmessungen auf
Handymaße sinken, werden "mit deutscher Technik ausgerüstet
sein", sagt Tünnermann.
Die Lichtausbeute kann sogar um den Faktor zehn steigen. Insbesondere
wird ein wesentlich genauerer Lichtpegel erzielt, und die thermische
Intensität ist wesentlich geringer.
Doppellagige Spiegel"Entscheidend wird das Zusammenspiel der Schlüsselbauteile sein",
schildert Tünnermann die weitere Entwicklung. Beleuchtungsquelle
und Optik rücken zusammen. Einen großen Schritt in die
Zukunft sieht der Experte für angewandte Optik in der Entwicklung
eines doppellagigen Spiegels. "Das Patent ist in Deutschland
vorhanden", macht Tünnermann Hoffnungen.
Wenn es gelingt, dass die drei Bereiche Halbleiter, Lichtquelle und
Optik stärker zusammenfinden, "dann sind Überraschungen zu
erwarten", betont Tünnermann. Insbesondere die Beleuchtungstechnik
wird davon enorm profitieren. Allerdings wird es "noch fünf bis
sechs Jahre dauern", so Tünnermann, bis die Produkte Marktreife
erlangen.
Der Markt für Photonik wird von Flachdisplays und der
Informationstechnologie dominiert. 2005 umfasste der Weltmarkt ein
Volumen von 228 Milliarden Euro.