Durch die fortschreitende Globalisierung gewinnt Outsourcing zunehmend
an Bedeutung. Die Phänomene der Globalisierung sind
vielfältig und bewirken u. a. eine vernetzte Weltwirtschaft,
freien Welthandel, steigende Energiepreise und tangieren auch den
Klimawandel. Die dadurch entstandenen Probleme der Globalisierung sind
auch gleichzeitig die Probleme des Outsourcing. Die empirische
Untersuchung von Dr.-Ing. Vinod Talgeri fasst eine umfassende Analyse
und Darstellung der Problematik der Risiken des Outsourcing und der
daraus resultierenden Grenzen beim Fertigungs-Outsourcing in den
asiatischen bzw. indischen Wirtschaftsraum zusammen.
Das Hauptziel dieser empirischen Untersuchung war, Informationen von
Unternehmen über die erfolgreichen sowie nicht erfolgreichen
Outsourcing-Projekte der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft
zu gewinnen und sie auszuwerten. Untersuchungsgegenstand sind
Großunternehmen aus der Fertigungsbranche in Deutschland. In
dieser Studie werden herkömmliche bzw. bekannte Risiken des
Outsourcing zum Teil bestätigt und neue Risiken erkannt. Zu den
Hauptrisiken gehören weiterhin Know-how-Verlust, Abhängigkeit
vom Outsourcing-Partner, mangelnde Kostentransparenz und
Kontroll-Verlust. Folgende Faktoren werden als weitere Risiken
ermittelt: Probleme bei der Leistungsmessung, Auslagerung von
Kernkompetenzen, personenbezogene Probleme, Leistungsdefinitionen und
Kulturprobleme. Aus diesen ermittelten Risiken werden die Grenzen des
Outsourcing abgeleitet. Das Gesamtergebnis dieser Studie ist
praxisbezogen und in der Unternehmenspraxis komplett anwendbar.
Die 10 Risiken des Outsourcing Diese Risiken sind vielfältig und können je nach Outsourcing-Bereich und Outsourcing-Partnerland unterschiedlich sein.
- 1. Know-how-Verlust
In einem Outsourcing-Prozess kann
ein unkontrollierter Wissensabfluss an
das Partner-Unternehmen nicht immer
ausgeschlossen werden. Das ausgeschiedene Fachpersonal ist in diesem
Fall ein Risikofaktor. Dies ist für die Standard-Prozesse wenig
kritisch; für die individuell angepassten Sonderleistungen kann es
im Einzelfall sehr problematisch werden. Das Know-how bleibt nicht mehr
im eigenen Unternehmen des Outsourcers. - 2. Abhängigkeit vom Outsourcing-Partner
Die
Vertragslaufzeit der Outsourcing-Projekte laufen je nach
Projektgröße zwischen zwei und mehreren Jahren. Bis zur
Übergabe bzw. Abschluss von Geschäftsprozessen müssen
beide Partner sehr viel Aufwand in Kauf nehmen, wodurch irreversible
Abhängigkeiten entstehen können. Ein eventueller Wechsel des
Outsourcing-Partners ist mit hohen Kosten verbunden. - 3. Probleme durch nicht transparente Kosten
Bei
der Ermittlung der Gesamtkosten sollte der Outsourcer auch
Transaktions-, Koordinations-, Lizenz- und ständig steigende
Kommunikations- (Telekom) Kosten berücksichtigen. Die
Änderungskosten sind sehr oft überproportional groß,
wodurch die anfänglichen Kostenvorteile für den Outsourcer
nicht mehr relevant werden. - 4. Kontroll-Verlust
Der
Erfolg des Outsourcing-Projekts ist proportional zu Qualität von
Kontrolle und Steuerung des Projekts. Wenn dieser Punkt im Vertrag
zwischen Outsourcer und Outsourcing-Partner nicht geregelt ist,
könnte es bei der Projektausführung zu Problemen kommen.
Deswegen sollten die Leistungen im Vertrag detailliert formuliert
werden. - 5. Probleme bei der Leistungsmessung
Die klar
definierten Leistungen sind auch qualitativ schwierig zu messen.
Darüber hinaus ist die genaue Leistungsspezifikation sehr
aufwändig. Der Outsourcing-Partner bevorzugt im Allgemeinen die
standardisierten Leistungen zu erbringen, um seine Kosten niedrig zu
halten.
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