Gute Nachrichten für alle Mittelständler aus der Provinz: Aus
Sicht der Hochschulabsolventen ist Internationalität kein Muss,
ein großer Konzern als Arbeitgeber ebenso wenig und das Produkt
muss auch nicht aus der Fernsehwerbung bekannt sein – das
antworten zumindest Hochschulabsolventen auf die Frage, was ihnen bei
der Wahl des Arbeitgebers wichtig ist. „Wohlfühlen“
und „Sicherheit“ sind dagegen Trumpf – beides
Faktoren, bei denen Mittelständler punkten können:
- Ein angenehmes Arbeitsklima ist fast allen Absolventen besonders wichtig (96 Prozent),
- ebenso wie die Solidität des Unternehmens (86 Prozent).
- Für
neun von zehn Absolventen sind die Identifikation mit dem Arbeitgeber
und die Unternehmenskultur wesentliche Entscheidungsfaktoren.
- Bei den Absolventen stehen mit 92 Prozent gute Karrierechancen ebenso weit oben auf der Prioritätenliste wie
- Eigenverantwortung:
Sie legen Wert auf eigenen Gestaltungsspielraum (87 Prozent), ein
breites Aufgabenfeld (87 Prozent) und Projektverantwortung (82 Prozent).
Ein adäquates Gehalt ist hingegen mit 78 Prozent weniger wichtig,
ebenso wenig wie der Standort in einem Ballungszentrum (40 Prozent).
„Flache Hierarchien, hohe Durchlässigkeit auf der
Karriereleiter und das Übertragen von viel Verantwortung schon
nach kurzer Zeit zeichnen mittelständische Unternehmen aus. Aus
Sicht vieler Absolventen kann ihr Top-Arbeitgeber also durchaus
mittelständisch sein, seinen Standort in der Provinz haben und ein
eher langweiliges Produkt vertreiben. Aber natürlich müssen
gerade Mittelständler in den avisierten Zielgruppen zumindest
einen gewissen Bekanntheitsgrad und ein eigenes Profil haben, um
überhaupt wahrgenommen zu werden“, sagt Erik Bethkenhagen,
Mitglied der Geschäftsleitung und Employer Branding-Spezialist bei
Kienbaum. Im Rahmen der Absolventenstudie 2007/2008 hat die
Managementberatung Kienbaum 555 Absolventen verschiedener
Fachrichtungen befragt, je zur Hälfte Frauen und Männer. Die
größte Gruppe bilden die Studierenden der
Wirtschaftswissenschaften mit mehr als 60 Prozent, wovon wiederum mehr
als die Hälfte vor dem Abschluss eines betriebswirtschaftlichen
Studiums stehen.
Employer Branding: Die Mischung macht’sWie können die Mittelständler junge Menschen erreichen, um
sie von ihren Vorzügen als Arbeitgeber zu überzeugen? Das
Internet ist das bevorzugte Informationsmedium von Absolventen auf
Jobsuche: Rund 80 Prozent nutzen Stellenbörsen im Netz und die
Firmen-Website für ihre Recherchen. 40 Prozent der jungen Menschen
informieren sich mittels Stellenanzeigen und Tages- und Fachpresse
über potentielle Arbeitgeber. Arbeitgeber-Rankings werden hingegen
von Seiten vieler Unternehmen überbewertet, wenn man den befragten
Absolventen glaubt – wiederum aus Sicht des Mittelstands eine
positive Nachricht, der in solchen Rankings auf den hinteren
Plätzen landet. Nur ein Fünftel der Absolventen nutzt solche
Ranglisten häufig als Informationsquelle. „Neben dem
Schalten von Stellenanzeigen in Internet und Zeitungen ist die
kontinuierliche Kommunikation mit der Zielgruppe wichtig. Anstatt auf
Umfragen und Rankings zu vertrauen, informieren sich die jungen
Menschen offenbar lieber selbst und bilden sich so ihre eigene Meinung.
Ein professionelles Employer Branding mit einem intelligenten
Instrumenten-Mix ist im Wettbewerb um die besten Köpfe daher ein
zentraler Erfolgsfaktor, gerade für Mittelständler, die sich
gegen die großen Konzerne durchsetzen müssen“, sagt
Kienbaum-Kommunikationsexperte Erik Bethkenhagen.
Weiterbildungsangebote sind gefragtWer die besten Hochschulabsolventen für sich gewinnen und an sich
binden will, sollte attraktive Weiterbildungsangebote machen. Mehr als
90 Prozent der Befragten sind interne und externe
Weiterbildungsmaßnahmen wichtig. Auch auf Sprachkurse legen sie
besonderen Wert (73 Prozent). Formale Weiterbildung ist hingegen
offenbar weniger von Bedeutung: Die Möglichkeit, einen MBA oder
einen Doktortitel zu erlangen, wünschen sich nur rund ein Viertel
von ihnen. Drei Viertel der Absolventen wollen direkt, das heißt
ohne den „Umweg“ Praktikum ins Unternehmen einsteigen.
Incentives wie Firmenwagen oder Handy rangieren auf hinteren
Plätzen der Prioritätenliste: Rund einem Drittel der
Absolventen sind diese Angebote wichtig.
Zum Thema im Internet*
http://www.kienbaum.de
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