Niemand kann ständig nur auf Hochtouren laufen. Wir werden uns auf
Dauer nur wohl fühlen und erfolgreich sein, wenn wir auch bei
äußerem Druck leistungsfähig und souverän bleiben.
Entspannung ist jedoch ein aktiver Prozess, der richtig geplant werden
muss.
| Die Fabel vom Affen |
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| Manche Buddhisten sind wirkliche Meister in der hohen Kunst der
Gelassenheit. Sie haben das Wesentliche dieser Tugend in eine kleine
Fabel verpackt, die von den Affen erzählt: |
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| Bekanntlich sind Affen ja gewitzte Tiere und sie sind schwer zu fangen.
Mit einer ganz einfachen Methode ist es jedoch möglich. Man legt
ausgehöhlte Kokosnüsse unter die Affenbäume. Darin sind Reiskörner. Die
Löcher in den Nüssen sind gerade so groß, dass ein Affe hinein fassen
kann. Neugierig wie die Affen sind, fassen sie hinein - und bleiben mit
der Pfote stecken. Ihre Gier erlaubt es nicht, die Faust wieder zu
öffnen. Sie werden zum leichten Fang - weil sie nicht loslassen können.
Geht es uns nicht oftmals, allzu oft ganz genauso? Wir laden uns zuviel
auf -können es nicht lassen. Und manchmal staunen wir darüber, wie
schnell sich eine Situation ändert, durch schlichtes Durchatmen und
Loslassen. Wir haben wenig Probleme damit, loszulassen, was uns nicht
viel bedeutet. Aber was uns wichtig ist, halten wir krampfhaft fest:
Menschen, Gewohnheiten, Besitz. Dabei bedeutet Leben Veränderung, das
ist ein Naturgesetz. Was wir festhalten, kann sich nicht mehr bewegen,
kann nicht mehr fließen. Wir ärgern uns täglich über tausend Sachen?
Aber wer sagt denn, dass wir uns wirklich über jede Kleinigkeit ärgern
müssen? |
Mal angenommen, Sie würden durch die Sahara wandern. Würden
Sie unterwegs, wenn Sie an einer Oase vorbeikommen, das Angebot, etwas
zu trinken, ausschlagen – nur weil das vielleicht Zeit sparen
könnte? Wohl kaum. Denn das wäre alles andere als clever, es
wäre dumm. Komisch, aber Viele, die sich für besonders clever
halten, die den ganzen Tag Action haben, halten an genau dieser
ziemlich paradoxen Überzeugung fest: Pause machen kostet
bloß unnötig Zeit. Das Gegenteil ist richtig. Gerade wenn
wir besonders beansprucht sind, wäre es so wichtig, mal
innezuhalten, um neue Energie zu tanken. Wer nicht
regelmäßig regeneriert, büßt einen Großteil
seiner Leistungsfähigkeit und vor allem seiner Lust am Tun ein.
Kurzfristig geht die nötige Spannkraft verloren, langfristig ist
die Gesundheit gefährdet.
1. Die Balance zählt Wie fast immer im Leben kommt es auf ein gesundes Gleichgewicht
an: auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und
Muße, zwischen Anspannung und Entspannung. Wer entspannt ist,
bleibt flexibel. Das kann man wörtlich nehmen. Wer unter
Verspannungen im Nacken leidet, kann seinen Kopf nur noch
eingeschränkt, eventuell mit Schmerzen, drehen. Auch deshalb
beginnen immer mehr Menschen mit Yoga. Selbst ein kurzes
Stretching-Programm, regelmäßig durchgeführt, kann
wirksam und dauerhaft helfen. Aber Entspannung hat nicht nur
unmittelbare körperliche Auswirkungen, auch das Verhalten
ändert sich und die Seele regeneriert. Wir sind weniger gespannt,
gelöster. Wir denken und arbeiten leichter, flüssiger,
müheloser, sind weniger gereizt oder nervös. Wir handeln
weniger unüberlegt oder überstürzt. Das Gefühl von
Vertrauen und Geborgenheit wächst, die eigene Person und die
Umwelt werden weniger bedrohlich wahrgenommen. Wir denken klarer,
wodurch oftmals erst eine bessere Problembewältigung möglich
ist.
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