Das Schweißen mit Laserstrahlen ist im Prinzip nichts Neues. Die
Geschwindigkeit des im DaimlerChrysler-Forschungszentrum in Ulm neu
entwickelten Laser-Schweißverfahrens RobScan dagegen schon. Im
Vergleich zum derzeit im Karosseriebau üblichen elektrischen
Widerstandspunktschweißen ist es nicht nur fünf- bis zehnmal
schneller, sondern auch wesentlich flexibler. Erzeugt wird der für
RobScan verwendete Laserstrahl von einem Festkörperlaser hoher
Leistung, kurzer Wellenlänge und exzellenter Strahlqualität.
Insbesondere der Strahl des "Scheibenlasers" lässt sich extrem
scharf bündeln. Im Scannerkopf, der am Ende des Roboterarms
befestigt ist, lenken zwei elektronisch gesteuerte Kippspiegel den
scharf gebündelten Laserstrahl blitzschnell von einer
Schweißnaht zur nächsten.
An den einzelnen Bearbeitungsstellen bewegt sich der stählerne
Roboterarm kontinuierlich über die Bauteile hinweg, während
gleichzeitig der Scannerkopf quasi im Flug (welding-in-fly) den
energiereichen Lichtstrahl über die Bauteile führt. Dadurch
können Schweißnähte in höchster Qualität,
Präzision und Geschwindigkeit aufgebracht werden. Bei RobScan
dauert der Wechsel von einer Schweißstelle zur nächsten nur
wenige Millisekunden. Während beim elektrischen
Widerstandspunktschweißen die Schweißzange das
Werkstück von zwei Seiten anpacken muss, reicht beim
Laserschweißen der berührungsfreie Zugang zu einer Seite des
Bauteils und eröffnet damit neue Möglichkeiten der Montage.
Vom Einsatz in der Serienproduktion erwarten die
DaimlerChrysler-Experten eine spürbare Kostensenkung im
Karosserierohbau. Dank der hohen Bearbeitungsgeschwindigkeit lassen
sich nun in einer einzigen Station viel mehr Schweißpunkte
erzeugen. Dadurch kann die Zahl der Schweißstationen verringert
und somit die erforderliche Fertigungsfläche reduziert werden. In
der Fabrikhalle der Zukunft könnte ein Pool von Laserstrahlquellen
stehen, von dem aus ein weit verzweigtes Glasfasernetzwerk zu
verschiedenen Bearbeitungsstationen führt.
Der Innovationspreis für Laser Technologie des Arbeitskreises
Lasertechnik e.V. und des Europäischen Laserinstituts ELI ging am
8. Mai 2008 an den Sprecher des Teams der Daimler AG. Bertold Hopf,
Leiter des Bereiches Werkstoff- und Fertigungstechnik und an Dr.
Klaus-Dieter Debschütz, Leiter Materialien, Fertigungstechnik und
Konzepte Fahrzeugaufbau der Konzernforschung in Ulm sowie an Holger
Schubert, Projektleiter RobScan.
Demonstration einer Schweißnaht an einer Autotür mit RobScan
(Quelle Daimler)