Amerikanische Forscher können fast jedes beliebige Metall in Gold
verwandeln - zumindest, was das Aussehen angeht: Mit Hilfe extrem
kurzer und energiereicher Laserpulse verändern sie die
Oberfläche von Metallen wie Silber, Wolfram oder Titan so, dass
sie eine vollkommen andere Farbe annehmen. Auf diese Weise ist es ihnen
beispielsweise gelungen, das normalerweise silbrige Aluminium golden,
blau und grau einzufärben. Sogar irisierende Farbspiele, wie sie
von Effektlacken beim Auto bekannt sind, seien mit der Technik
möglich, so die Forscher. Da es sich zudem nicht um eine
Beschichtung, sondern um eine Eigenschaft des Materials selbst handelt,
nutzen sich die Farbeffekte nicht ab. Momentan fehlen in der Palette
möglicher Farben allerdings noch Rot und Grün, berichten
Anatoliy Vorobyev und Chunlei Guo von der Universität in Rochester.
Die Grundlage für die farbigen Metalle hatten Guo und seine
Kollegen bereits Ende 2006 gelegt: Es gelang ihnen, ebenfalls mit Hilfe
eines Lasers Metalle zu schwärzen - und zwar so stark, dass sie
kaum noch Licht reflektierten. Die Energie des Laserlichts habe auf der
Oberfläche winzige Hügel, Löcher, Kügelchen und
andere Unebenheiten entstehen lassen, die das auftreffende Licht
sozusagen festhalten, berichteten die Forscher damals. Die dazu
nötigen Pulse waren lediglich wenige Femtosekunden, also nur
Milliardstel einer Millionstel Sekunde lang. "Seit der Entdeckung der
schwarzen Metalle waren wir entschlossen, die volle Kontrolle über
den Prozess zu gewinnen und die Metalle dazu zu bekommen, nur eine
bestimmte Farbe zu reflektieren und den Rest zu absorbieren",
erklärt Guo.
Das haben er und sein Kollege Vorobyev nun geschafft: Indem sie die
Intensität, Länge und Anzahl der Laserpulse variierten,
erzeugten sie auf den Metalloberfläche verschiedene Muster aus den
nur Millionstel Millimeter großen Unebenheiten. Je nach Anordnung
der Erhebungen und Vertiefungen beeinflussen diese Muster das
darauffallende Licht unterschiedlich und verändern so auch, welche
Anteile reflektiert werden. Werden zusätzlich noch
regelmäßige Linien in die Oberfläche gelasert, entsteht
ein Interferenzeffekt, bei dem sich die verschiedenen Wellenlängen
des Lichts gegenseitig verstärken oder auslöschen. Die Folge
sind irisierende Farben, die sich je nach Betrachtungswinkel
verändern.
Der Prozess habe bisher bei jedem getesteten Metall, darunter Platin,
Titan, Wolfram, Silber, Gold und Aluminium, funktioniert, so Guo. Er
vermutet daher, dass er sich auch auf alle anderen Metalle
übertragen lässt. Anwendungen für derartig gefärbte
Metalle gibt es seiner Ansicht nach viele, schließlich
können sie überall dort eingesetzt werden, wo momentan noch
lackiert wird. Außerdem ließen sich mit dem Verfahren auch
alltägliche Gegenstände verzieren - Guo denkt etwa an ein
Farbfoto der Familie in der Edelstahltür des Kühlschranks. Im
Moment arbeiten er und seine Kollegen jedoch erst einmal daran, auch
die bisher noch fehlenden Farben zu erzeugen.
Quellen
Gastbeitrag: www.wissenschaft.de
Ilka Lehnen-Beyel
Anatoliy Vorobyev und Chunlei Guo (Universität Rochester): Applied Physics Letters, Band 92, S. 041914