Thermosensorik stellt der Öffentlichkeit ihr Prüfverfahrens
zur vollautomatischen, zerstörungsfreien Prüfung von
Laserschweißnähten auf der Fachmesse Automatica vor. Das
patentgeschützte Thermosensorik-Verfahren prüft
vollautomatisch bis zu 60 Laserschweißnähte pro Minute.
Die Wärmefluss-Thermographie kann mit Hilfe von
Infrarot-Wärmebildkameras innere Strukturen von Bauteilen
unterhalb der Materialoberfläche analysieren. Das Messprinzip ist
schnell erklärt: Ein Bauteil wird lokal erwärmt, so dass sich
aufgrund des Temperaturgefälles ein Wärmefluss durch die zu
analysierende innere Struktur ergibt. Der zeitliche Temperaturverlauf
wird als direkte Auswirkung des Wärmeflusses durch das Bauteil mit
einer hochauflösenden Infrarot-Kamera gemessen. Die resultierenden
Infrarot-Bildsequenzen ("Wärme-Videos") werden von
Bildverarbeitungsalgorithmen ausgewertet und zu einem objektiven
Prüfergebnis verdichtet.
Seit Einführung des Laserschweißens in der
Automobilindustrie stellte die effiziente und kostengünstige
Prüfung von Laser-Schweißnähten ein bisher nicht
befriedigend gelöstes Problem im Karosserierohbau dar. So musste
sich die Industrie bislang z.B. mit einer manuellen
Stichprobenprüfung behelfen, bei der mittels Hammer und
Meißel ("Meißelprobe") lasergeschweißte
Karosserieteile zerschlagen wurden, um anhand der zerstörten
Schweißnähte, die Qualität der Schweißprozesse
näherungsweise beurteilen zu können. Nach mehrjähriger
Entwicklungszeit und erfolgreicher Erprobung der neuen
Wärmefluss-Prüftechnik bei Automobilherstellern und
Zulieferern ist der Thermosensorik GmbH nun ein Durchbruch gelungen:
Die "Meißelprobe" kann durch eine zerstörungsfreie
Prüftechnik ersetzt werden! Aufgrund ihrer Schnelligkeit und
Prüfqualität ist sie in der Lage, bis zu 100% der
lasergeschweißten Karosseriebauteile zu prüfen. Die neue
Prüftechnik beruht darauf, dass jede mechanisch hinreichend
stabile Schweißverbindung auch eine entsprechend gute
Wärmeleitfähigkeit und damit einen hohen Wärmefluss
aufweist.
Thermosensorik-Anlagen zur Prüfung von
Laserschweißnähten setzen ein leistungsstarkes Blitzsystem
zur kurzzeitigen Erwärmung der zu prüfenden Bauteile um
wenige Grad und eine hochauflösende Thermosensorik Infrarot-Kamera
ein, die auch im rauen Fertigungsumfeld mit einer
Temperaturauflösung von ca. 0,01°C messen kann. Um den
jeweiligen Randbedingungen in der Fertigung von Automobilherstellern
und Zulieferern gerecht werden zu können, wird entweder der
Prüfling mit einem Roboter zwischen fest montiertem Blitz und
Infrarot-Kamera positioniert oder Blitz und Infrarot-Kamera werden
robotergestützt um ein fixiertes Bauteil herum in die jeweiligen
Prüfpositionen geführt. Der Prüfdurchsatz ist
abhängig von der Geometrie des Bauteils. Mit den bisher
realisierten Prüfanlagen können bis zu 60
Laserschweißnähte pro Minute geprüft werden.
Die Thermosensorik-Prüftechnik qualifiziert die
Laserschweißnähte ohne jede Berührung des Bauteils und
ohne Eingriff eines Prüfers. Abweichungen von der vorgegebenen
Schweißqualität wie z.B. fehlende Anbindung ("Falsche
Freunde"), fehlerhafte Nahtlängen, Durchschüsse,
Einschüsse und Einschnitte werden vollautomatisch erkannt und den
entsprechenden Fehlerklassen zugeordnet.
Damit ergibt sich im Vergleich zur "Meißelprobe" eine Liste von
Vorteilen für Laserschweißnaht-Prüfanlagen der
Thermosensorik GmbH: Kosteneinsparung durch Vermeidung von
Prüfschrott, Zeiteinsparung durch Prüfung von bis zu 60
Laserschweißnähten pro Minute, Steigerung der
Prüfqualität durch objektive, dokumentierbare
Prüfergebnisse, Ausschussminimierung durch frühzeitige
Erkennung von Verbindungsfehlern, Steigerung der Arbeitsqualität
durch vollautomatische Prüfung (Tätigkeiten wie die manuelle
Prüfung mit Hammer und Meißel können vermieden werden),
Steigerung der Prüfqualität durch Anhebung der
Stichprobengröße bis hin zur 100% Prüfung. Werden die
Prüfanlangen zur 100%-Prüfung eingesetzt, kann die
Produktqualität zusätzlich durch vollständig
dokumentierte Prüfergebnisse und Bauteil-Verfolgbarkeit gesteigert
werden.
Manfred Böhm, Technischer Leiter der Thermosensorik GmbH: "Nach
jahrelanger Forschung und Entwicklung, anfangs auch noch im Rahmen von
BMBF-Forschungsaufträgen sowie nach ersten erfolgreichen
Installationen bei Pilot-Kunden ist unsere Technologie reif für
den harten Serienprüfeinsatz."
Dr.-Ing. Christoph Döttinger, Leiter Vertrieb & Marketing der
Thermosensorik GmbH: "Wir freuen uns, nach Erteilung der Basis-Patente,
die vollautomatische Laserschweißnaht-Prüfung nun der
Öffentlichkeit vorstellen zu können. Auf unserem
Automatica-Messestand werden wir live ein Karosseriebauteil eines
Serienfahrzeuges prüfen und die Leistungsfähigkeit unserer
Technologie präsentieren."
Thomas Hierl, Geschäftsführer der Thermosensorik GmbH: "Die
durchgängige Beherrschung der gesamten Technologiekette war
für uns die Voraussetzung zu dieser Innovation: Erst das
bereichsübergreifende Zusammenwirken unseres Know-hows, von den
hochauflösenden Infrarot-Kameras über Robotersteuerung und
Automatisierungstechnik bis hin zur Echtzeit-Bildverarbeitung von 16
Bit Infrarot-Bildsequenzen, führte zu dem heute vorgestellten
Erfolg."