Verhandlungen arten oft in ein Tauziehen um Positionen aus. Gerade
harte Verhandlungspartner rühmen sich zuweilen mit der eisernen
Unverrückbarkeit der eigenen Positionen. Hierdurch wird in erster
Linie jedoch nur erreicht, dass man sich in den Positionen
verfängt und der Beziehung zwischen den Verhandlungspartnern
dauerhaften Schaden zufügt. Wenn Sie anstehende Verhandlungen
weitsichtig planen und einige Modalitäten im Vorfeld für sich
klären, können Sie sich in der Verhandlung selbst auf das
Wesentliche konzentrieren: die eigenen Interessen konsequent vertreten,
ohne dabei gegen die Interessen des Partners zu handeln.
Hierfür noch einige Tipps und Fragen, die es sich im Vorfeld von Verhandlungen zu stellen lohnt:
- Worüber wird überhaupt verhandelt und worüber
nicht? – Bei einigen Verhandlungen sind die Grenzen klar
abgesteckt, bei anderen bestehen größere Spielräume.
Auch das gemeinsame Verhandlungsziel kann sehr genau spezifiziert sein
oder aber vorerst offen bleiben.
- Wer verhandelt für die
jeweiligen Parteien? – Jede Partei wird versuchen, einen
qualifizierten und geeigneten Vertreter für ihre Interessen ins
Rennen zu schicken. Hierfür sind nicht nur Vorüberlegungen
notwendig, wer die Interessen auf der eigenen Seite am besten vertreten
kann, sondern auch, wer zum Gegenspieler in der Verhandlung wird.
- Welche
Kompetenzen, Befugnisse und Vollmachten haben die Personen, die an der
Verhandlung teilnehmen? – Weil in Verhandlungen Entscheidungen
von teilweise erheblicher Tragweite getroffen werden, muss geklärt
sein, ob und an welcher Stelle die Befugnisse enden. Zu geringe
Kompetenzen erschweren dabei die Aufrechterhaltung des eigenen
Standpunktes in der Verhandlung und engen die Spielräume ein.
- Worüber
besteht bereits im Vorfeld Einigkeit, und an welcher Stelle sind
Differenzen zu erwarten? – Unstrittige Punkte brauchen nicht
verhandelt zu werden, Problembereiche müssen dagegen besonders
sorgfältig in die Verhandlungsvorbereitung einfließen.
- Welche
Konzessionen können gemacht werden, welche nicht? – Hier
müssen die Vertreter der Parteien wissen, wie weit sie gehen
können. Solche Aspekte erfordern sorgfältige
Überlegungen im Vorfeld.
- Was passiert nach der
Verhandlung? – Wer gestaltet ggf. erforderliche Verträge?
Was genau wird hier fixiert? Außerdem können
Nachverhandlungen erforderlich werden.
Quelle
Stéphane Etrillard, Düsseldorf
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