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Biolife Sciences
Optische Technologien ermöglichen innovative Verfahren in Life Sciences

Optische Technologien gewinnen eine zunehmende Bedeutung in den Biolife Sciences. Derzeit sind verschiedene Forschungseinrichtungen damit befasst, neue lasergestützte Verfahren zu entwickeln, die zu Fortschritten in der optischen Diagnostik, der Augenchirurgie, der Zellbiologie und im Bereich Lebensmittelsicherheit führen könnten.

Im Mittelpunkt der Forschung der Laser- und Medizin-Technologie GmbH Berlin steht der Effekt der Fluoreszenz. Das Institut hat ein neuartiges Bildgebungsgerät entwickelt, das mit nahem Infrarot -Licht arbeitet und vor allem im Bereich der optischen Diagnostik eingesetzt werden kann. Das Gerät besteht aus einem Objektiv, einem Strahlenteiler, CCD Bildsensoren und nahen Infrarotlicht LEDs, die dazu dienen, ein fluoreszierendes Kontrastmittel anzuregen. Hinzu kommt ein Computer mit einer entsprechenden Software, durch die die Bilder des mit dem Kontrastmittel markierten Gewebes aufgezeichnet werden. Alternativ zu den LEDs können zur Anregung des Kontrastmittels auch Diodenlaser eingesetzt werden: Die Bilder ließen sich dann per Scan einer Fläche aufzeichnen.

In erster Linie soll das Bildgebungsgerät den Chirurgen bei der interoperativen Turmorentfernung unterstützen. Anhand des eingesetzten Kontrastmittels soll er bereits vor Ort  auf dem Bildschirm erkennen können, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die biotechnologische Forschung. Hier wäre das Gerät hilfreich, wenn es um Fragen der Antikörperentwicklung und der Zelldifferenzierung geht. Die Markteinführung des Bildgebungsgeräts ist für 2010 vorgesehen.

Nicht nur in der optischen Diagnostik, sondern auch in der Zell- und Augenchirurgie werden lasergestützte Verfahren immer wichtiger. Forscher des Medizinischen Laserzentrums der Universität Lübeck befassen sich derzeit mit Nanoeffekten von Zellen, auf denen die heutige Laserchirurgie basiert. Dabei sind sie zu dem Ergebnis gekommen,  dass sich diese  Nanoeffekte nicht nur, wie bisher angenommen, mit Femtosekundenlasern, sondern ebenso gut mit wesentlich günstigeren Nanosekundenlasern erzeugen ließen. Zum Vergleich. Ein Femtosekundenlaser kostet 150.000 Euro, während man für einen Nanosekundenlaser nur 15.000 Euro bezahlt. Diese Erkenntnis könnte zu erheblichen Einsparungen  bei einigen zell- und augenchirurgischen Verfahren führen, bei denen der Femtosekundenlaser zur Zeit noch das Mittel der Wahl ist. Im zellchirurgischen Bereich wird er beispielsweise verwendet, um Gene durch Zellmembranen hindurch in eine Zelle einzubringen. In der Augenchirurgie dient der Femtosekundenlaser momentan dazu, Kurzsichtigkeit zu korrigieren und  grauen Star operativ zu behandeln.

Auch im Bereich Lebensmittelsicherheit lassen sich mit Laserlicht große Fortschritte erzielen. Eine Expertengruppe von fünf Berliner Forschungseinrichtungen  unter Führung des Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) arbeitet gerade an der Entwicklung eines Verfahrens, durch das mit Hilfe von Laserlicht der Frischegrad von Fleisch ermittelt und dokumentiert werden kann. Das Projekt heißt "FreshScan" und wird vom Bundesforschungsministerium mit etwa drei Millionen Euro gefördert.

In den nächsten drei Jahren soll ein Funktionsdemonstrator entstehen, der aus zwei Komponenten zusammengesetzt sein wird: aus einem intelligenten Etikett, das wie eine Art Laufzettel funktioniert und den Zustand des Fleisches von der Schlachtung bis zum Verkauf dokumentiert, sowie aus einer Laserpistole, die zum einen dessen Zustand erfasst und ihn zum anderen sofort in das intelligente Etikett schreibt. Außerdem wollen die Experten eine kontinuierliche Temperaturmessung und -aufzeichnung über das Etikett ermöglichen, so dass jede Unterbrechung der Kühlkette dokumentiert wird.

Die Anwendungen, Methoden und Verfahren der Biophotonik werden auf der LASER World of PHOTONICS 2009 neben der Konferenz erstmals auch einen Schwerpunkt innerhalb der Messe bilden.


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