Branche rechnet in diesem Jahr mit Wachstumsplus von 9 Prozent Der
Fachkräftemangel in Deutschland ist für die Unternehmen der
Optischen Technologien die wichtigste Herausforderung in den
nächsten Jahren. „Für das weitere Wachstum der Branche
wird in Zukunft Personal mit entsprechender Qualifikation
benötigt“, unterstrich der Geschäftsführer des
Industrieverbands SPECTARIS, Sven Behrens, anlässlich des
“International Laser Technology Congress“ in Aachen.
Die Optischen Technologien zählen zu den wichtigsten Wachstums-
und Zukunftsbranchen der deutschen Wirtschaft. Die rund 1.000
Unternehmen in Deutschland steigerten ihren Umsatz im vergangenen Jahr
um rund 13 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Im Inland gab es ein Plus um
15 Prozent auf sieben Milliarden Euro. Mit 15 Milliarden Euro und einer
Steigerung um zwölf Prozent wurden zwei Drittel der Erlöse im
Ausland erzielt. Wichtigster internationaler Absatzmarkt bleibt dabei
die Europäische Union mit rund 55 Prozent aller Exporte. Den
größten Zuwachs erzielte die Branche in China. Hier legten
die Ausfuhren um 46 Prozent zu, auch wenn der Anteil Chinas am
deutschen Gesamtexport mit drei Prozent noch gering ist. Auch die
Ausfuhren in die USA konnten trotz Dollarschwäche um 15 Prozent
gesteigert werden. Das große Innovationspotenzial der Unternehmen
belegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Gemessen am
Umsatz betrug diese Quote rund zehn Prozent.
Die Optischen Technologien sind gleichzeitig ein Job-Motor: Im
vergangenen Jahr stiegt die Mitarbeiterzahl in der Branche um 7 Prozent
auf 114.000 an. „Als Basis für die Entwicklung und
Herstellung der Produkte zahlreicher anderer Industrien beeinflussen
die Optischen Technologien indirekt bis zu 15 % der rund 5,8 Millionen
Arbeitsplätze des verarbeitenden Gewerbes“, unterstrich
Behrens die besondere Rolle der Branche und ihren
Querschnittstechnologien.
Das Wachstum wird sich nach SPECTARIS-Prognose fortsetzen. Für das
laufende Jahr wird ein Umsatzplus von neun Prozent erwartet, die Zahl
der Beschäftigten dürfte um mindestens drei Prozent steigen.
In diesem Zusammenhang befürchten die Unternehmen jedoch ein
massives Problem. Für 64 Prozent der SPECTARIS-Mitglieder ist der
Fachkräftemangel die wichtigste Herausforderung in den
nächsten fünf bis zehn Jahren. Nach Ansicht von
SPECTARIS-Geschäftsführer Sven Behrens müsse dazu die
Technikbegeisterung sowie die Aus- und Weiterbildung in Deutschland
gefördert werden. Um der demographischen Entwicklung zu begegnen,
sollte ältere Fachkräfte stärker eingebunden und die
Zuwanderungsbedingungen für ausländische Mitarbeiter
erleichtert werden. Außerdem müssten weibliche
Fachkräfte durch verbesserte Rahmenbedingungen unterstützt
werden.